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So 5 März - 23:45 von Raskell
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 Die Ankunft eines jungen Raurikers...

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Grimmar
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BeitragThema: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Di 13 März - 1:05

Langsam und schleichend, mit bis zum Hals schlagenden Herzen, näherte sich der junge Mann dem Lagerfeuer, das vor mehreren Zelten und Jurten brannte. Seit Stunden hatte er es aus dem Dunkel des Waldes beobachtet, doch stets fehlte ihm der rechte Mut, an dorthin zu treten. Im Kreis um das lodernde Feuer saßen große Krieger, Männer und Frauen, von denen er aus Geschichten wusste und deren Lachen und mächtige Stimmen seit seiner Ankunft in den Ohren klang. Kaum hatte er vom Waldrand ein Wort der Erzählungen verstanden, doch er wusste, dass dies der Ort war, den er seit Tagen suchte. Endlich hatte er sich durchgerungen, die letzten Meter, bis in ihre Mitte zurück zu legen, und nur widerwillig gehorchten ihm seine Beine. Doch wollte er sein Ziel verfolgen, so würde er es im Unterholz sitzend wohl nie erreichen.
Als der junge Mann langsam an der Seite des letzten Zeltes vorbeischlich, das ihn von dem Kreis der Krieger trennte, verstummten auf einmal die Gespräche der Menschen um das Feuer. Er hielt inne und musste schlucken - und schon fühlte er die kalte, stählerne Spitze einer Waffe im Rücken. Was sollte er tun? Hielt man ihn für einen Angreifer, einen Feind? Wer auch immer die Waffe hielt, eine schwere Hand senkte sich auf die Schulter des Jungen und bewegte ihn in Richtung des Feuers. Am Rande des Sitzkreises angekommen, hielt eben jene Hand ihn an, stehen zu bleiben. Er schaute sich im Kreis um, aber erkannte keinerlei Gesichter, geblendet von dem hellen Feuerschein, immer noch die Klinge im Rücken fühlend.


"Was willst du hier Bursche? Was fällt dir ein inmitten der Nacht hier rumzuschleichen?" fragte ihn eine dunkle und tiefe Stimme. "Los sprich schon Bursche!"

Den kalten Stahl im Rücken spürend, ließ der Junge sein Reisebündel fallen, atmete tief durch und begann zu sprechen:

"Ich bitte Euch, hört mich an! Mein Name ist Grimmar und ich bin ein Rauriker, so wie ihr! Seit Tagen suche ich Euch schon!"
"Wen suchst du denn, junger Grimmar?" fragte eine andere, sehr kriegerisch klingende Stimme fast abfällig.

Grimmar fühlte das Herz in seiner Brust schlagen.
"Na, den Swajut von Raskell und Brix und ihren Kriegern von großer Stärke, hohem Mut und ungezählten Geschichten. Von Euch spricht man in ganz Hag Raurik, vom Großen Sternensee bis zum Drachenkamm. Ich will mich Euch anschließen und ebenso ein großer Krieger werden!"

Leises Gemurmel ging durch die Runde der Anwesenden. Noch immer konnte Grimmar keine Gesichter erkennen, geschweige denn die Stimmung des Swajuts auf seine Äußerung erahnen. Da sah er, wie einer der Männer am Lagerfeuer die Hand hob und senkte und der kalte Stahl sich langsam aus seinem Rücken entfernte. Da jedoch das Geräusch fehlte, das eine Klinge beim in die Scheide stecken macht, wusste Grimmar, dass das Misstrauen Ihm gegenüber noch nicht gebrochen war.
Die Stimme die zuerst zu ihm sprach, richtete wieder das Wort an ihn:
"So Bursche, willst du das also? Nun, dann erzähl uns mal was von dir!"

Grimmar räusperte sich und begann zu erzählen: "Ich bin der Sohn von Mangeif und Austrea. Mein Vater war der Sohn eines fränkischen Händlers aus fernen Landen. Meine Mutter lernte er kennen, als er mit seinem Vater auf Handelsfahrt war. Sie war eine der Töchter eines Sippenführers der Widukin. Warum er ihre Hand erhielt weiß ich nicht, aber beide bekamen zu ihrer Vermählung ein Stück Land am oberen Lorsak und errichteten sich dort einen kleinen Hof. Insgesamt hatten sie drei Söhne, wovon ich der Jüngste war.
Es war ein friedliches und beschauliches Leben dort in den Wäldern, denn wir lebten fern jeder Sippe zurückgezogen. Mein Vater hatte sich auf das Holzfällen und das Handwerk des Zimmermanns besonnen und meine Brüder und ich gingen ihm zur Hand. Ich lernte nichts außer den Wäldern um unseren Hof kennen, doch hatten wir oft Besuch von Händlern der Blankard und Widukin, aus Bolkheim und von anderen, weit entferten Landen, wenn es zum großen Thing nach Raurikor ging. So brannte schon früh der Wille in mir, hinaus in die Welt zu ziehen und all das zu sehen, wovon die Reisenden erzählten. Doch mein Vater hielt mich immer zurück, ich sei zu jung und er brauche mich. Als dann in meinem vierzehnten Winter meine Mutter starb - Aericura sei ihr gnädig - merkte ich, dass dem so war und ich blieb bei meinen Brüdern und meinem sehr, sehr betrübten Vater.
So ging es viele Jahre, bis zum Beginn dieses Frühjahrs. Wir hatten eine Gruppe Reisender aus nördlichen Landen zu Gast am Hof und das Thing in Raurikor stand wieder an, bereits seit Tagen zogen Händler den Lorsak entlang nach Süden. Das Gebot der Gastfreundschaft befahl, dass wir die Reisenden weiter bewirten mussten und so fasste sich mein Vater das Herz, mich mit in die Hauptstadt zu nehmen, um dort sein Holz und seine Zimmereien zu verkaufen. Meine beiden Brüder blieben mit den Reisenden am Hof zurück und so zogen mein Vater und Ich, mit zwei beladenen Ochsenkarren gen Raurikor.
Noch nie hatte ich zuvor in meinem Leben so viel Personen an einem Ort gesehen, wie dort auf dem Thing - Menschen, aller Herkunft und Abstammung, Zwerge und Elfen. Und die Waren die feilgeboten wurden, edle Stoffe, feine Gewürze und Waffen und Werkzeuge von großer Kunstfertigkeit - ich staunte an jedem Meter, den ich zurücklegte.
Hier vernahm ich dann, als mein Vater Geschäfte tätigte und ich einem Skalden lauschte, eure großen Heldentaten, hörte von Brix und Raskell und all den anderen großen Kriegern eures Swajuts. Da brannte der Gedanke wieder in mir auf, dass ich hinaus in die Welt muss, um mich zu beweisen. Meine Mutter erzählte mir bis zu ihrem Tod immer wieder von den Bräuchen und Riten der Widukin und so wusste ich, dass mehr ein Kämpfer und Krieger in mir stecken musste, als ich je Holzfäller, Zimmerer oder Händler war. Mein Vater wurde am Abend sehr zornig, als ich ihm dies in der Taverne beim Abendessen erzählte. Auch als ich von eurem Swajut zu erzählen begann fluchte er nur und wir stritten lange. Und dann legten wir uns, ohne ein weiteres Wort zu sprechen, schlafen.
Was auch immer im Schlaf mit ihm passierte, ob die Götter ihm befahlen oder meine Mutter von den Ahnen zu ihm sprach, am nächsten Morgen saß er bereits wach an meiner Schlafstätte und betrachtete mich. Er sagte er ließe mich ziehen, denn mir sei wohl mehr bestimmt als ihm. Er nahm mich zur Seite, nachdem ich sprachlos von diesem Sinneswandel mein Reisebündel schnürrte, und ging mit mir in die Gassen der Marktstände. Er kaufte mir ein eisernes Schwert und einen ledernen Harnisch und sagte mir, ich solle auf mich aufpassen. Am Rande des Marktes verabschiedete er mich dann. Er meinte, ich solle den Swajut suchen und für eine gerechte Sache kämpfen, mit Kriegern, die das Gleiche tun. Seine Hände auf meine Axt und meine Kette legend sagte er, Esus und Cernunnos, die Götter des Waldes, sollten mir hold und gewogen sein und er würde für mich opfern gehen. Freudig und traurig zugleich, zog ich los, gen Nordosten, dahin, wo laut dem Skalden, der Swajut lagern sollte, nach Hoimarshal, tief in den Landen der Blankard."

Grimmar leckte sich über die Lippen, denn sein Mund war vom Reden ganz trocken geworden. Noch immer regte sich keiner der Krieger, die da um das Feuer saßen. So fasste er neuen Mut und fügte seiner Geschichte mit voller Stimme hinzu:
"Krieger des Swajuts - Rauriker! Ich bin den weiten Weg hierher gekommen, um an eurer Seite kämpfen zu dürfen. Ich führe die Axt, seitdem ich stehen kann - zwar nur gegen die Bäume des Waldes und nicht gegen heranstürmenden Feinde, aber auch das werde ich lernen und tun. Schickt mich bitte nicht fort, sondern lasst mich Axt und Schwert in Eure Dienste stellen, und ich verspreche bei allen Göttern, ich werde Euch nicht enttäuschen! Krieger des Swajuts, was sagt Ihr?"
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Bron Boro
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Di 13 März - 2:06

Eine Gestalt in einer langen Fellweste erhob sich vom Feuer und begann den Neuankömmling in geringem Abstand zu umkreisen. Ein Zischen entrang sich der Kehle des kleinen, dünnen Mannes, der nicht im mindesten den Eindruck eines rohen Kriegers machte. Doch seine Hand ruhte auf dem Griff eines kruden Messers, das in einer wertvollen Scheide aus schwarzem Leder steckte. Er murmelte fremdartige Worte und schnatterte vor sich her.
Dann gab er ein bellendes Geräusch von sich: "Skarold! Gunrik! Wollen wir uns das ansehen? Wollen wir sehen, ob er die Wahrheit sagt?"

Er blieb vor dem jungen Mann stehen, sein Gesicht kaum einen Spann von Grimmars entfernt.
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Kaela
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Di 13 März - 20:23

In dem Moment, als sich Bron Boro, der Schamane aus Tatalia, dem Neuankömmlig näherte, wurde die Anspannung bei den Kriegern und Kriegerinnen noch größer, als sie es ohnehin schon war. Bron Boro hatte sich während der letzten Monde zu einem überaus wichtigen Teil des Swajuts entwickelt, und das nicht nur wegen seiner beinah hellseherisch anmutenden Fähigkeit, mit den Geistern zu sprechen. Viele der hier Anwesenden verdankten ihr Leben seinen heilerischen Fähigkeiten und so hätten aufmerksame Augen bemerkt, dass sich ein um die anderen Hand langsam einem Schwertgriff näherte.

Doch waren es genau jene wissenden, sehenden Augen, die Anwesenden davon abhielten, diese Szene zu stören. Denn sie alle wussten, dass Bron Boro Grimmar prüfen konnte. Und sie wussten, dass das Urteil des Schamanen darüber entscheiden würde, ob der junge Kelte jemals wieder die Sonne erblicken würde.
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Hrothgar
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Di 13 März - 21:15

"Habt ihr nichts Besseres zu tun, als dem kleinen Angst einzujagen ?"

Eine dunkle Stimme zerbrach die Stille, in der man nur das Atmen von Grimmar und das Knacken des Holzes in der Glut des Feuers hörte. Eine Gestalt trat aus dem Schatten in den Schein des Feuers.

Es war Hrothgar.

Man erkannte gerade schemenhaft die grauen Haare seines Bartes, welche im flackernden Licht des Feuers zu brennen schienen und seine Stirn war in Falten geschlagen. Er wandte sich zu Grimmar. Er musterte ihn von oben bis unten. Die Lederrüstung hatte keinen einzigen Kratzer. Die Axt steckte derart verdreht in seinem Gürtel, dass er einen schnellen Angriff niemals parieren könnte.
Ein Schwertgriff ragte aus seinem Bündel.

Ein lächeln schlich über Hrothgars gesicht.

"Du bist jung und ungestühm, Holzfäller! Uns des nächtens mit deiner Anwesenheit zu überraschen, eher eine Dummheit als eine Heldentat. Schnell hängt dein Kopf an einem unserer Gürtel und keiner wisse von deinen noblen Absichten."

Grimmar senkte den Kopf ein wenig, wohl wissend, dass ein nächtlicher Alleingang in das Lager eines Swajuts nicht die Beste seiner Ideen gewesen war.

Diese Andacht unterbrach ein lautes Knacken. Ein Holzscheit war unter der Hitze der Glut zersprungen und der lodernde Holzhaufen gab etwas nach. Ein Schwall von Funken stob in den Nachthimmel, wo sie sich in der Dunkelheit mit den Löchern im Himmel zu verbinden schienen und verschwanden.

Hrothgar sah ein funkeln in den Augen von Modorok kun Ramfior, der ebenfalls am Lagerfeuer saß. Merkwürdigerweise hielt sich der Teutates-Priester noch vornehm zurück und begnügte sich damit, das illustre Schauspiel weiter zu verfolgen.

Hrothgar ging zur Feuerstelle, ging in die Hocke, nahm einen trockenen Ast und legte ihn auf die Flammen....

Den Blick in die Lohe gerichtet sagte er: "Bron! was denkst du nun?
Ich sage dir, was ich denke.

Er ist jung, er ist willens und bereit, seinen Beitrag zu leisten. So wie die meisten von uns, als wir uns dem Swajut anschlossen. Führte er Böses im Schilde - du hättest es längst erkannt und deinen Dolch sein Blut schmecken lassen!

Ich sage: gebt ihm einen Platz zum Schlafen und etwas zu Essen, und morgen, morgen werden wir sehen, aus was für einem Holz du wirklich geschnitz bist, Holzfäller !"

Hrothgar drehte langsam seinen Kopf zu Grimmar und Bron und erhob sich. Ein weiterer Ast fand seinen Weg in die Flammen und Hrothgar ging langsam in die Dunkelheit......
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Wernulf
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Di 13 März - 22:04

Jeder konzentrierte sich auf das Verschwinden Hrothgars in der Dunkelheit, so dass keiner vernahm, wie sich Wernulf dem jungen Krieger näherte.

Er beschnupperte den Jüngling wie ein Neugeborenes im Wolfsrudel. Lächelte kurz und begab sich in sein Zelt.

Das ganze geschah nicht aus dem Wernulf zugeschriebenem Rudelverhalten sondern auch aus Eigennutz. Wernulf wusste, dass ein junger, aufstrebender und lernfreudiger Widukin eine Bereicherung für den Swajut sei, aber vorallem für Wernulfs Suche nach den Mördern seiner Eltern sehr hilfreich sein könnte.

Der junge Krieger ging vorsichtig näher an die Feuerstelle heran.


Zuletzt von Wernulf am Di 13 März - 22:31 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Bron Boro
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Di 13 März - 22:19

Bron zuckte mit den Schultern und warf erst Hrothgar und dann Wernulf einen Blick zu. "Gut, gut." Dann schlenderte er zurück zum Feuer und setzte sich. "Komm, junger Rauriker, setz dich zu uns." Dann kicherte er leise und hob eine kleine Flasche an die Lippen.
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Paigi
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Mi 14 März - 9:37

Aus der Dunkelheit wo Hrothgar verschwand trat plötzlich Paigi hervor,
mit einer Schüssel voller heißer Suppe, Brot und ein Krug Met. Schimpfte vor sich hin...
Beschwörung hier, Beschnupperung da, was ist mit der Gastfreundschaft der Rauriker?
Der arme Kerl hat Hunger und Durst. Sie brachte ihm das Essen,
legte sanft den arm um seine Schulter und flüsterte ihm warnende Worte ins Ohr
„ Finger weg von meiner Tochter, sonst bekommst du meinen Besen zu spüren“.
Mit einen Lächeln auf den Lippen ging sie wieder.
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Grimmar
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Mi 14 März - 18:53

Wie vom Schlag gerührt, stand Grimmar dar. Diese erste Begegnung mit dem großen Swajut des Raskell, hatte er sich bestimmt anders ausgemalt in seiner kühnen Fantasie. War das wirklich ein Geisterseher, einer der berühmt berüchtigten Männer, der mit der Welt der Ahnen und Wesen von großer Kraft sprechen konnte, der ihm da gerade gegenüber stand? Und hatte ihn da gerade wirklich ein hühnenhafter, vor Kraft strotzender Krieger abgeschnüffelt, so wie es die tierische Mutter mit ihren Jungen macht?
Dann war da auch noch die große, gutväterliche Figur, die ihm Mut und ungestüme Dummheit zusprach, doch seine ehrliche Absicht zu erkennen schien - und recht hatte er. Was dachte sich Grimmar nur dabei, Nachts in das Lager schwerbewaffneter Kämpfer einzudringen. Hatte ihm die Klinge von kaltem Stahl im Rücken und die Nähe des Dolches des Geistersehers nicht gezeigt, wie knapp er einem vermeintlichen Tod entkommen war? Schwer sackte diese Erkenntnis in ihm und er schluckte, als ihm das bewusst wurde. Mit dem Metkrug, dem Teller Suppe und dem Stück Brot stand Grimmar da, wie verloren. Gehörte die dunkelhaarige Frau, die ihm die Speisen darreichte etwa zu dem bärtigen Hühnen, der ihm zusprach? Und was meinte sie mit der Warnung, ihre Tochter betreffend, war Grimmar doch da, um zu Kämpfen und nicht um das Herz einer Frau zu erobern.

All diesen Gedanken nachhängend faste sich Grimmar kurz und rief halblaut der Frau ein
"Danke!" hinterher. Nun stand er immer noch da, nahe am Feuer und blickte in die Gesichter der verbliebenen Männer und Frauen, die da um das Feuer saßen. War es ein gutes erstes Aufeinandertreffen? Grimmar wusste es nicht und stand immer noch, ein wenig verloren da und wusste nicht so recht, weder ein noch aus...
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Modorok kun Ramfior
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Mi 14 März - 19:17

Modorok saß auf einem Baumstamm am Feuer. "Steh da nicht rum und halte Maulaffen feil. Setzt dich und iss. Wer weiß wie lange die momentane Ruhe anhält." sagte er ohne seinen Blick von den Flammen zu lösen.

Du bist also ein Rauriker und du willst gerne Kämpfen? Nun das Gefällt mir gut. Du wirst alsbald die Gelegenheit zum Kampf bekommen.
Du hast dich also allein durch das Land der Blankarder geschlagen. Vorbei an Marotierenden Orks und wilden Tieren. Nicht schlecht für einen Holzfäller.


Modorok bezweifelte nicht dass der Besucher die Wahrheit sagte. Würde er böses im Schilde führen hätte er gewartet bis alle schlafen um dann soviele wie möglich zu töten.

Plötzlich schweifte Modoroks Blick ab.....es schien als würde er etwas oder jemanden in den Flammen sehen. Seine Augen verengten sich und er schien angstrengt zu lauschen. Doch war da keine Stimme zu hören. Zumindest nicht für die anwesenden.

Plötzlich richtete sich Modorok auf, schulterte Gramzfior, seinen Hammer, und schaute auf den Fremden hinab.

Los, komm mit mir in die Halle zu Raskell. Er soll dich sehen und sich deine Geschichte anhören. Ihm obliegt die Entscheidung ob du uns angehören wirst.

Modorok ging, ohne Grimmars Reaktion abzuwarten vom Feuer in Richtung Hoimarshal. Der Halle des Swajuts.....
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Bron Boro
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Mi 14 März - 20:42

Der Schamane grinste breit und stieß Hrothgar mit dem Ellenbogen an. "Setz dich, iss, komm mit in die Halle... der arme Kerl wird schon garnicht mehr wissen, wo ihm der Kopf steht." Dann stand er auf und schob Grimmar ohne auf eine Antwort zu warten hinter Modorok her.
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Grimmar
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Do 15 März - 7:00

Von Bron Boros Schieben zurück in die Wirklichkeit des Daseins geholt, die durch die imposante Gestallt des Teutatespriesters nicht weniger fern zu sein schien, wurde Grimmar bewusst, dass er wirklich angekommen war - und wie beschwerlich und karg sein Weg hierher war. Schnell biss er einen Kanten vom Brot ab und nahm einen Schluck der köstlich duftenden Suppe, denn wenn auch sein Kopf anderes im Sinn hatte, so erinnerte sich zumindest sein Magen, dass die letzten Tage auch mit spärlichem Proviant einhergingen.
Zu tiefst betrübt, die leckere Speise, die ihm dargereicht wurde, nicht essen zu können, wusste er doch, dass er dem Priester folgen sollte. Das war also Modorok kun Ramfior, Teutaspriester, Götterredner, Träger des Hammers Gramzfior, dem auch die ein oder andere besondere Kraft zugesagt wurde. Als Grimmar in Raurikor dem Skalden lauschte, war er ganz besonders von den Taten des Priesters beeindruckt, denn seine Mutter brachte ihm schon sehr früh bei die Götter stets zu ehren, denn sind es sie, von denen alles kommt und zu denen alles geht.

So stellte Grimmar also Krug, Schale und Brot ab, schluckte hastig alles herunter und lächelte dem Geisterseher und dem bärtigen Mann neben diesem zu und sagte leise, wieder im Vollbesitz seiner Besinnung und den ersten Schock überwunden:
"Schön, dass Ihr das genauso seht - und ich dachte schon, ich wäre einfach zu langsam für Eure Gebräuche hier."

Schnell aber folgte Grimmar dem, sich entfernenden Priester, dessen vom flackernden Feuerschein beschienene Gestalt er erfürchtig vor sich herlaufend betrachtete. Nun würde er den großen Anführer des Swajuts treffen. Nun würde sich entscheiden, was mit seinem Schicksal geschehe.
Und während der junge Rauriker noch überlegte, wie er seine Frage, die ihm im Herzen brannte, an den dahinschreitenden Diener der Götter richten sollte, begann sein Magen zu hoffen, dass da wo der Bissen Brot und der Schluck Suppe herkamen, noch mehr von diesen Köstlichkeiten seien. Bei Esus, das ist kein Wunder, dachte sich Grimmar, dass bei so einer Köchin, solch tapfere Krieger in diesem Swajut dienen.
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Raskell
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Fr 16 März - 14:34

Grimmar wurde in die große Halle des hölzernen Langhauses geführt. Zur linken standen lange Tische zu einem Hufeisen gestellt; hinter den Sitzplätzen hingen die Schilde und Lederbanner der Kämpfer aus dem Swajut. Mittig an der Stirnseite, über einem hochlehnigen Stuhl, der mit weißen Fell beghangen war, erblickte der junge Holzfäller ein hellbraunes Ovalschild, auf dem drei schwarze Falken um eine weiße Triskele angeordnet waren - das Wappen des neuen Gunriks, dem Anführer der Schar.
"Raskell." Der Angesprochene, mit dem Rücken zur Tür am prasselden Kaminfeuer stehend, schaute über die Schulter zu Modorok. Dann gewahr er auf dessen Begleiter: Ein junger Mann stand da neben dem breitschultrigen Teutatespriester, im Blick eine Mischung aus Neugier, Ehrfurcht und angestrengtem Stolz. Hinter den beiden standen Hrothgar und Bron Boro.
"Das ist Grimmar, ein junger Holzfäller aus deiner Heimat, den Wäldern Hag Widukins", beantwortete Modorok Raskells ungestellte Frage.
Der Gunrik wandte sich nun zur Gänze um und schritt auf den Neuankömmling zu. Als er direkt vor ihm stand, schaute er den Grimmar genannten einigen Momente lang tief in die Augen. Der junge Mann hielt dem Blick stand, auch wenn er dabei die Lippen zusammenpressen musste.
Dann sprach Raskell: "Grimmar - der grimmige Rabe also. Und nun willst du deinem Namen und Krafttier alle Ehre machen, dich auf den Feind stürzen und ihm die Augen aushacken, nicht wahr? Du hast Erzählungen von Barden und Skalden gehört über Ruhm und Ehre, die den Mutigen auf dem Schlachtfeld erwarten. Aber sag, Rabe, haben die Barden auch gesungen von den Schmerzen, die du ertragen musst, wenn schartige Orkklingen in dein Fleisch schneiden? Oder von den langen und entbehrungsreichen Wanderungen, die zu den ach so ruhmvollen Schlachtfeldern führen?
Raskell hielt inne und musterte den Holzfäller.
"Nein, natürlich haben sie das nicht", antwortete der Gunrik an seiner statt beinahe flüsternd.
Wenn du gewillt bist auch diese dreckige Seite im Leben eines keltischen Kriegers auf dich zu nehmen, sollst du die Chance bekommen, dich vor den Göttern, vor uns - und vor allem vor dir selbst zu beweisen....."

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Bron Boro
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Sa 17 März - 1:22

Bron Boro gluckste. "Weit ist er gewandert, über Stock und Stein, durch Wald und schlammige Felder. Dazu brauche ich nicht einmal die Geister zu befragen, da genügt mir ein Blick auf seine Stiefel und das, was von seiner Hose über ist. Wandern ist er gewohnt, das wird ihn nicht aufhalten. Und ein schweres Bündel hat er auf dem Rücken getragen. Seine Arme sind stark vom Schwingen der Axt und Schleppen des Holzes. Da mach ich mir keine Sorgen. Ich frage mich nur, ob wir einen brauchen können, der im Kampf noch nicht erprobt ist. Warum lässt du ihn nicht mit den anderen Kriegern üben, die werden schon beurteilen können, ob er das Herz in der Brust hat. Besser, wir finden das jetzt raus, als dann, wenn es ernst wird. Ich sage: Wer einmal gegen einen unserer Krieger im Kampfring gestanden hat, im Ernst oder zur Übung, und nicht schreiend weggelaufen ist, der stellt sich auch bereitwillig einem Haufen Orks entgegen und wenn sie noch so laut brüllen, stampfen und aus dem Maul stinken, wie ein verwesender Wyvernkadaver." Er schlug die Zähne zweimal geräuschvoll aufeinander und sah Raskell mit schiefgelegtem Kopf erwartungsvoll an.
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Grimmar
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   So 18 März - 12:39

Grimmar blickte zwischen dem Geisterseher und dem Gunrik mehrmals hin und her, als es still nach den Worten Bron Boros wurde. Über welche Kräfte auch immer der Geisterseher verfügen musste oder was auch immer er in Grimmar erkannte, er hatte mit ihm wohl einen Fürsprecher gefunden, so schien es. Dankbar dafür nickte er Bron Boro fast unmerklich zu, blickte dann zu Raskell und sank auf ein Knie, tief Luft hohlend und zur Rede ansetzend:

"Großer Gunrik, Führer des Swajuts! Mein Herr, der Geisterseher hat recht! Ich bin Entbehrung und große Qual gewohnt und Leben und Arbeit im Wald haben mich hart und zäh werden lassen:". Sein Blick richtete sich ehrfurchtsvoll auf Modorok und mit einem leichten Stocken in der Stimme, ob seiner ehrfurchtgebietenden Gestallt, fügte er hinzu: "Marodierende Orks und wilde Tiere begegnten mir im Lande der Barbaren Hag Rauriks wohl, doch kenne ich den Unterschied zwischen Mut und Dummheit. Ich weiß, dass ich kein so großer Krieger bin, wie auch nur einer aus eurer Schar, und dennoch stellte ich mich bereits dem Kampf, wenn ich eine Aussicht auf den Sieg hatte. Ihr mögt es nun vielleicht Feigheit nennen und die Götter mögen mir vergeben, dass ich mich einem Tross aus 20 Orks nicht stellte, aber welchen Sinn hätte das schon gehabt." Ohne bewusst darauf zu achten legte Grimmar die Hand auf seinen rechten Oberarm, wo ihn vor zwei Nächten die Klinge eines stinkenden Orkdieners verwundet hatte, der alleine in die Wälder gezogen war, um zu jagen und dann zur Beute wurde, zur Beute des jungen Raben.

"Der Weg hierher war nicht einfach, gewiss. Aber diesen Ort zu erreichen war mein gestecktes Ziel. Hier bin ich nun. Ich hoffe es ist mir gestattet so frei zu sprechen, aber ich möchte dem, von den Ahnen gesegneten Geisterseher zustimmen: Nehmt mich auf und lehrt mich, was zu einem großen Krieger macht. Prüft mich und verlangt mir ab was notwendig ist. Ich kenne Schmerz, ich kenne Leid und ich kenne Entbehrung. Ich kenne den stinkenden Atem von Monstern und die geifernden Kiefer von Bestien, auch wenn ich keiner davon bislang im Rudel gegenüberstehen musste. Ich kämpfe vielleicht nicht wie ein Krieger oder habe Heldentaten vorzubringen, die mehr sind als Abenteuer eines jungen Widukins, aber bei den Göttern, mein Arm ist stark und ich bin harte Arbeit gewohnt - und ist es nicht die Arbeit des Kriegers, seine Feinde dar niederzuschlagen?"

Grimmar zog sein Schwert, so schnell er konnte, und legte es auf die Handflächen. Spätestens bei dieser Geste sollte bei den umstehenden Personen das Gefühl einer Bedrohung verschwunden sein. Er blickte Raskell noch einmal an, senkte den Kopf und hielt ihm sein Schwert hin.

"Großer Gunrik! Bei Esus Axt - entscheidet, wie es euch beliebt über mich. Ich lege mein Schicksal und mein Leben in Eure Hände!"

Und es ward still für einen Moment in der ehrfurchtgebietenden Halle des Swajuts, in Hoimarshal...
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Grimmar
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Mo 16 Apr - 12:12

***

Der junge Widukin stand an der Seite des Bootes, das unter dem Banner Falkensteins am frühen Morgen gen Süden ausgelaufen war. In den stürmischen grauen Himmel blickend und die Bewegungen des Meeres im ganzen Körper spürend, ließ sich Grimmar das Erlebte der letzten Wochen durch den Kopf gehen. Oh Ihr Götter, dachte er bei sich, wie kann sich ein so junges Leben so schnell, so grundlegend ändern. Kurz nachdem der Frühling begann und Grimmar nach seiner langen und gefährlichen Reise in das Langhaus von Hoimarshal geführt wurde, mit nichts Sehnlicherem im Herzen, als den Wunsch, ein Mitglied der Kriegsschar des Raskell zu werden, stand er ihr auf einem Segler, der das große Wasser zwischen den Süd- und den Mittellanden überquerte. Grimmar besann sich und dachte nach, den es sei nie verkehrt am Anfang zu beginnen.


Der Gunrik Raskell betrachtete ihn lang, niederkniend in der Halle des Swajuts, bevor er an ihm vorbei hinaus an das Feuer ging um die Gemeinschaft der Krieger in die Halle zu rufen. Reihum fragten die großen Krieger ihn wieder und wieder - Was er vom Kämpfen wisse, was er erlebt und gesehen habe, nach seinen Eltern, seiner Familie, den Taten die ihn vor den Göttern gerecht machten. Mit brüchiger und von Anstrengung gezeichneter Stimme beantwortete er all Ihre Fragen, so gut es ihm möglich war. Als dann jedoch eine Kriegerin, die Nahe bei Raskell saß und die Grimmar später als Kaela kennen lernte, mit abschätzigen Blick äußerte, sein Reden sei mehr das eines Dichters, denn das einen Kämpfers, erfasste Grimmar Furcht.
Doch war dies nicht das Ende. Man schickte ihn vor das hohe Tor des Saals und sagte, er solle dort warten, bis der Swajut beraten habe. Sekunden erschienen wie Stunden für Grimmar, Minuten wurden zu Tagen. Doch dann öffneten sich die Tore der Halle und Raskell rief ihn wieder in die Halle. Der junge Widukin solle zu erst an den oberen Lorsak zurückkehren, er solle seiner Familie sagen, dass er lebe und das der Swajut ihn aufnehmen würde, so er sich sich beweise. Die Nacht dürfe er in der ehrwürdigen Halle lagern und im Morgengrauen solle er aufbrechen. Sieben Tage habe er Zeit zurück zu kehren zum Swajut um mit ihnen auf Kriegsfahrt zu gehen. Sollte er es nicht schaffen, so sehe Raskell sein Ansinnen als hinfällig an.

Grimmar schlief tief in dieser Nacht, alle Anspannung von seinem Körper abfallend. Als dann die ersten Sonnenstrahlen auf das Land der Blankarder fielen war er jedoch schon wach. Er trat vor die Halle und sah, dass im Swajut noch kein Leben eingekehrt war und aus einigen Zelten drang lautes Schnarchen. Sollte er jemanden aufwecken und über sein Gehen informieren? Nein. Der Gunrik gab ihm eine Aufgabe, und die wollte er auch erfüllen. So rammte er sein Schwert in den Boden, band das Runenamulett, dass er um den Hals trug um den Knauf der Waffe, schulterte sein Bündel und machte sich auf, dem Hof seiner Eltern entgegen.

Trotz der kalten Witterung, die hier am Meer südlich Falkensteins herrschte, wurde es Grimmar warm um das Herz, als er an den herzlichen Empfang dachte, den ihm seine Brüder und sein Vater bereiteten. Grimmar erzählte vom Erlebten und seine Familie war stolz auf ihn. Jedoch musste der junge Krieger am nächsten Tage aufbrechen, denn die Zeit, die im Raskell gab, den Rückweg zu bestreiten war eng bemessen, besonders wollte er nicht tot im Straßengraben enden. Die Gefahr Gruppen von Orks zu begegnen war immer gegeben und was stellte ein einzelner Reisender schon für eine Gefahr für sie dar.
In der Nacht, nachdem es im Hofe ruhig geworden war, begab sich Grimmar in seiner Kammer an eine Truhe. Fast alles Hab und Gut, das er tragen konnte, hatte er schon geschnürrt zur Abreise. Doch da war noch etwas, eigentlich eines Kriegers unwürdig, doch tief mit Grimmar verbunden. Er nahm Feder und Tintenfass, Griffel und Wachstafel, Buch und Lederrollen aus der Truhe und betrachtete sie. Was sollten solche Dinge nur im Gepäck eines Kriegers. Doch waren es nicht Teile von Ihm? Das Schreiben, das Lesen, das Niederschreiben der Geschichten, die er seit jungen Jahren hörte. Und war es nicht auch, das letzte was ihm Austrea, seine geliebte Mutter, beibrachte? War das Zeichnen der Runen nicht schon immer das, was ihn sich seiner Mutter Nahe fühlen ließ? Er konnte nicht halben Herzens aufbrechen, er musste all das mitnehmen, und so verstaute er es, ohne dass es sichtbar war in seinem Bündel.
Am nächsten Morgen wurde er so herzlich verabschiedet, wie er begrüßt worden war. Seine Brüder sahen voller Stolz und Bewunderung auf ihn herab und wünschten gute Fahrt. Sein Vater legte ihm ihm die Hand auf seine Schulter. So wie die Götter Grimmar heil den Swajut finden ließen und noch einmal zu seiner Familie brachten, so sollten sie ihn auch weiterhin gewogen und hold sein. Mangeif nahm den Schädel eines prächtigen Widders, der neben ihm auf einem Tisch lag. Dies sei der Schädel des Tieres, das er in Raurikor für die gute Reise seines Jüngsten geopfert habe. Vor Tränen gerührt umarmt Grimmar seinen Vater, nicht wissend, ob er ihn je wiedersehen würde. Auch nun rührte ihn dieser Gedanke zu Tränen und die salzige Luft des Meeres brannte in seinen Augen.


Immer noch auf das Meer hinausblickend ließ der kalte Wind, der von den Küsten Falkensteins her wehte, ihn all seine Knochen im Leibe spüren. Für seine ersten Kämpfe hatte er sich wohl ganz gut geschlagen, denn noch war er am Leben. Doch seinen Körper umgaben Wunden und Verbände, die davon zeugten, dass er noch sehr viel lernen müsse, um ein Kämpfer, gar ein Krieger zu werden. Das Schiff senkte sich, nachdem eine Welle den Bug getroffen hatte und Grimmar schlug mit seinem rechten Knie gegen die Bordwand. Er musste die Zähne aufeinander pressen um nicht laut aufzuschreien. Das kalte Metall, dass dort begann langsam von Fleisch zu zuwachsen, war so ungewohnt. Doch war es nun ein Teil von ihm und Grimmar musste wohl lernen, damit umzugehen.

Der Schmerz ließ Grimmar jedoch wieder an seinen Weg zurück nach Hoimarshold denken. Da ihm nur kurze Zeit blieb lief er unentwegt. Keine Rast einlegend, keine Nahrung essend und nicht schlafend lief er zwei Tage lang, so schnell es ihm möglich war. Egal wieviel Ausdauer Grimmar auch besaß, irgendwann spürte auch er die Entkräftung. Er schleppte sich noch ein kurzes Stück weit, bevor er schwer armend zusammenbrach.
Wie lange er dort lag und schlief, konnte er nicht sagen. Als er in die Sonne blickte, so sagte ihm der Stand jedoch, dass es mindestens ein ganzer Tag gewesen sein musste. Wieder stand der von Kräften Verlassene auf, den die Zeit die ihm der Gunrik des Swajuts für seine Rückkehr gab, näherte sich langsam ihrem Ende. Er schleppte sich die letzten Meilen nach Hoimarshal, denn weit wahr er zuvor gekommen, nur um festzustellen, dass er zu spät war. Grimmar sank verzweifelt auf seine Knie, hatte er es nicht rechtzeitig zurück geschafft. Er wollte zu den Göttern schreien, sein Schicksal verfluchen, aber ihm fehlte die Kraft.

Plötzlich merkte Grimmar jedoch, wie sich eine Hand auf seine Schulter legte. Er drehte sich um und blinzelte gegen die Sonne. Hinter ihm stand ein breitschultriger Mann, aufgrund seiner Haare, musste er wohl ein Blankarder sein, und ein Alter, leicht gebückter Mann, dessen Hand auf seiner Schulter ruhte.


"Ist euer Name Grimmar, junger Rauriker?" fragte der Alte mit einer donnernden Stimme, die seine Statur und sein Alter Lügen strafte. Kraftlos nickte Grimmar.

"Dann verzweifelt nicht hier - das ist weder eine Kriegers, noch eines Raurikers würdig. Ich habe Nachricht von Raskell für euch. Eure Prüfung sei noch nicht zu Ende, sondern sie habe mit eurer Ankunft hier gerade erst begonnen." Ungläubig, aber voller Freude, schaute Grimmar den Alten an und stand langsam auf, denn noch verstand er nicht. "Der Swajut wartete bereits bei eurer Ankunft auf Schiffe, die das große Wasser im Norden überfahren sollten. Zwei Tage, nachdem ihr weg ward, kam Kunde, dass der Swajut aufbrechen müsse. Nicht nur Ihr, sondern auch dieser Blankarder an meiner Seite kam zu spät."

"Ihr meint, den Swajut hätte ich hier... nie rechtzeitig..." stammelte Grimmar.

"So ist es. Und nun folgt mir ihr beiden. Ich habe euch zu erklären wo eure Reise hingehen soll. Doch dorthin kommen, das müsst ihr selbst. Kommt!" Der Alte ging in Richtung der Halle. Der Blankarder hatte kein Wort gesagt doch reichte er Grimmar eine Hand. Diese ergriff er dankend und stand auf.

"Kungard. Los, komm!" sagte der Mann, der Grimmar den Rücken zudrehte und dem Alten folgte. Selbst für einen Blamkarder war er sehr wortkarg, sollten diese Worte eine Vorstellung gewesen sein.


Und so begann die Reise Grimmars und Kungards in den Norden der Südlande um von dort dem Swajut nach Falkenstein nach zu reisen. Doch plötzlich wurde Grimmar aus seinen Gedanken gerissen, denn sein Magen meldete sich zu Wort. Nicht ohne Grund stand er hier draußen, wo ihn Kälte, Gischt und Wind umpeitschten an der Reling. Am Abend bevor der Swajut auf den Booten der Falkensteiner wieder in See stechen sollten, nahm Grimmar seinen ersten Sold und war in Tavernen der Hafenstadt unterwegs. Gut bezahlt wurde er und genauso gut flossen Met und Wein und allerlei andere Tränke und Gebräu. Wie auch immer er es in seinem Zustand auf das Boot schaffte, als es ablegte und in See stach, wurde er wach und stand seitdem hier außen.
Nicht viele der Rauriker konnten sagen, sie würden sich an Bord eines Schiffes wohl fühlen. Doch dieses Gefühl kombiniert mit Symptomen eines reumütigen Säufers...

Hoffentlich sah ihn Hrothgar, der Nordmann nicht, denn er machte schon seine Witze mit den anderen Raurikern, war er doch der einzig wahre Seetüchtige. Seinen schmerzenden Kopf haltend blickte Grimmar hinunter in das Wasser. Oh Ihr Götter, nie wieder dermaßen Alkohl am Abend der Abreise - und besonders nicht, wenn die Reise zu Wasser stattfände!


***

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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Do 19 Jul - 0:34



***

Aufbruch nach Mythodea - und Raurikor...

Grimmars Laune war schon besser gewesen. Zusammen mit seinen Brüdern und Schwestern aus dem Swajut hatte er seine Sachen gepackt und alles vorbereitet um mit ihnen in die geheimnisvollen Ländereien Mythodeas zu fahren. Nur noch wenige Tage waren es, bis die Fahrt losgehen sollte und Hrothgar erklärte den Kriegern des Swajuts wieder einmal lange und breit, wie sie sich am besten an Bord eines Schiffes verhalten sollten - und sie lauschten ihm, nahmen jedes Wort auf. Jedoch nicht weil sie gerne ihre nautischen Fähigkeiten verbessern wollten, sondern vielmehr weil keiner Lust darauf hatte in den Fluten von Bord zu gehen oder die lange Reise über die Reling gebeugt zu verbringen.

An diesem Morgen hatte Raskell, der Gunrik des Swajuts, Grimmar zu sich gerufen. Die Miene seines Anführers war alles andere als freundlich, erinnerte er sich. Als Grimmar die ehrenwerte Halle betrat blieb der Gunrik auf seinem Platz sitzen und sah ihn an, eine Schriftrolle haltend. Ohne große Worte reichte er sie Grimmar und er las sie zögernd, nachdem er das offizielle Siegel des Rats der Clans, der Twalibi Hag Rauriks, gesehen hatte.

Umgehend und ohne Verzögerung sollte Grimmar in Raurikor vor dem Rat vorstellig werden. Markward Sturmhüter, der erste Guiskard der Halvor-Sippe Sturmhüter, wollte ihn persönlich anhören - oder viel mehr befragen. In wilden Kritzelein stand am Rande geschrieben, dass auch die Ratsvertreterinnen der Nantwiga-Stämme ihn persönlich "inspizieren" wollten. Grimmar musste schlucken.

"Mein Gunrik - was... was soll das?" fragte er, bevor Raskell den Kopf schüttelte und Grimmar ansah.
"Grimmar - was habe ich dir gesagt über Schriftstücke an den Rat der Clans? Was habe ich dir erklärt, als ich dich Kaela als Scribon für die Turney an die Seite stellte, ha? Ich sagte, du solltest alles mir schicken und ich würde es weiterleiten. Kaela ist eine Harada - aber ICH bin Gunrik dieses Swajuts!"

Grimmar schluckte, als Raskell laut wurde. Wenn er richtig gelesen hatte, dann ging es Markward Sturmhüter um Fehler und Unterschiede von dem Bericht von Grimmar, den er in Kaelas Namen verfasste, und jenem, den Raskell als Anführer des Swajuts nach ihrer Rückkehr sandte. Formalistische Kleinigkeiten und Wortklaubereien waren es, die den Rat dazu brachten Grimmar unbedingt sehen zu wollen. Und sogar seinen Namen hatte man falsch geschrieben, stand doch dort, dass man den Scribon der Harada mit Namen Grimklotz schicken sollte.

Grimmar dämmerte langsam, was das alles bedeutete. "Raskell - soll mir dieses Schreiben sagen, dass ich nicht mit dem Swajut nach Mythodea ziehen kann und in die Hauptstadt muss!"
"Ja, genau das soll es heißen, Grimmar. Du weißt, dass ich nur wegen deines eigenen Fehlers nun auf eine Klinge in meinem Swajut verzichten muss? Du siehst was es bedeutet und heißt, wenn du meinst nach deinem Kopf handeln zu müssen."
Der Gunrik seufzte und betrachte Grimmar, der immer noch ungläubig auf das Papier in seinen Händen starrte. [i]"Grimmar, ich schätze ich wahrlich und ich weiß auch, dass du dich damit am meisten selbst bestraft hast: Mit deiner Voreilligkeit hast du dich um Schlacht und Heldentat in den Landen Mythodeas gebracht, da wir ohne dich abreisen werden müssen!"

Grimmar sprach noch lange mit seinem Gunrik, doch es hatte keinen Sinn. Sein Weg würde nach Raurikor gehen, vor die Guiskards und Hagriks und nicht auf die legendären Lande Mythodeas. So nahm er also sein Bündel und schlich sich aus dem Lager - er hatte mit Raskell vereinbart, dass er es den anderen aus dem Swajut sagen würde, wo er war. Zumindest wusste der junge Rauriker, dass er nicht alleine in Raurikor sein würde - mit etwas Glück würde er Iring dort finden, der aus anderen Gründen nicht mit nach Mythodea konnte und in die Hauptstadt gereist war. Vielleicht würde es ja zumindest so etwas Unterhaltung und Spaß in Raurikor geben - schließlich kannte Grimmar die dortigen Tavernen und wusste, dass auch der Halvor einem Becher Met gegenüber nicht abgeneigt war...
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Do 19 Jul - 3:17

Nachdem er einige Minuten gegangen war, hörte Grimmar ein Geräusch vor sich. Seine Hand tastete zu der Axt an seinem Gürtel, als er eine Gestalt sah, die sich aus dem Schatten einer alten Weide erhob, die einsam am Ufer des kleinen Flüßchens stand und ihre Äste fast bis ins Wasser hinabhingen.

"Da bist du ja endlich." knurrte der Tatalii Bron. "Wir müssen noch weit gehen heute. Hör auf zu starren." Dann drehte sich der Schamane um und stiefelte den Weg entlang, einen Knüppelartigen Holzstab über die Schulter gelegt.
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Do 11 Okt - 23:59

* * *

Ein Rückblick aus Parein


Kalt war es geworden hier im Norden der Südlande. Deswegen sog Grimmar nocheinmal tief Luft ein, bevor er das Fenster seines Herbergszimmers schloss. Unten in den Straßen Pareins war bereits das Leben erwacht und die Händler und Krämer, Handwerker und Fuhrleute gingen ihrer Arbeit nach. Bald würde Iring an seine Zimmertüre klopfen und ihn polternd fragen, warum sie noch nicht beim Frühstück sein. Grimmar wendete sich einer kleinen Wasserschüssel zu, die neben seinem Bett stand. Wahrlich nobel wohnte er hier in diesem Herbergszimmer, verglichen mit den Tagen und Nächten auf Reise.

Und in den letzten Wochen waren diese Reisen besonders denkwürdig. Zunächst war da der Kriegszug mit dem Swajut in die Mittellande um den alten Feind, die Orken und ihre dunklen Verbündeten zu bekämpfen. Nass war es und die Schlachten blutig.Noch nie zuvor war Grimmar in seinem neuen Leben als Krieger je so verwundet worden. Niemals zuvor hatte er, unabhängig seiner eigenen Verletzungen, soviele Verbündete und Swajutgeschwister verwundet vom Kampf davon gebracht. Und nie zuvor, hatte er soviele aus dem Swajut und den eigenen Reihen bisher fallen sehen. Dies wurde ihm wieder bewusst, als er eine Hand voll Wasser aus der Schüssel nahm und sich über Gesicht und Hände schlug. Das Wasser lief über Narben und verheilte Wunden aus diesen Schlachten, seinen Hals und seine Arme hinab.
Doch auch neuere, noch nicht ganz verheilte Wunden trug Grimmar aus seinen Wochen hier in Nordandryll. Nach der Landung des Swajuts an der Thalisischen Küste zog er nicht mit dem Rest gen Süden nach Hag Raurik, sondern bestieg ein weiteres Schiff in Richtung Nordandryll. Hier sollte er in der Hauptstadt, in Freiheit, auf seinen Swajutbruder Iring treffen, um gemeinsam die Mission, die ihnen vom Guiskard der Sturmhüter auferlegt wurde zu erfüllen. Von Freiheit nach Parein im Norden des Landes sollte ihre Reise sie führen. Grimmar schmunzelte, als ihm einfiel, wie sie auf des Herrn Winklers Wanderzug stießen. "Reist mit uns sicher und schnell nach Parein! Meine Gruppe zieht den direkten Weg!" - große Worte, dafür, dass es bereits so spät im Jahr war.

Grimmar trocknete sich mit einem Tuch ab, dass er vond er Kommode nahm, auf dem seine Habseeligkeiten lagen. Sofort fiel sein Blick, gefolgt von einem zufriedenen Lächeln, auf seine Waffen - zum Teil an der Wand lehnend, zum Teil an einem Gürtel an einem Haken an der Wand hängend. Da war das große Schwert, dass ihm Wernulf auf den Orkschlachtfeldern gab. Stolz hüllte das Herz des jungen Kriegers ein - und Stolz spürte er auch, als er es in die Leiber von stinkenden Rattenmenschen hier in Nordandryll hieb, wieder und wieder. Die Klinge trennte Gliedmaßen ab und nahm viele Leben der ungezählten Wühler, wie man sie nannte. Selbst als Grimmar einem Echsenwesen aus der Anderswelt gegenüber stand, hielt die Klinge und wies weder Scharten noch Risse auf. Eine solche Klinge musste einfach einen Namen erhalten, und so nannte Grimmar sie nach dem Wolfsgott der Jagd und seinem Schenker Wernulf die Klinge kurz entschlossen Wulfang - die Klaue des Wolfs.
Doch daneben hing auch noch eine Streitaxt, die eine kleiner Holzfälleraxt in Größe und Spanne übertruf. Dies war ein Geschenk Markward Sturmhüters, jenen Guiskards, weswegen Grimmar nicht den Swajut nach Mythodea begleiten konnte und nun in Mythode war. Die Bezahlung war jedoch gut und die Klinge lag gut in der Hand. Auf dass er den Ruhm damit ernten sollte, der ihm in Mythodea versagt blieb, erinnerte sich Grimmar an des Guiskards Worte.

Ein großer runder Stein mit einer Tir-Rune und ein schwach bläulicher Kristall erinnerten Grimmar jedoch auch an die Erlebnisse seiner Reise, von denen er dachte sie seien nur Priestern und Druiden vorbehalten. Dreimal war er seit seinem Aufbruch mit dem Swajut mit der Anderswelt in Kontakt gekommen. Einmal schien es ihm wie im Traume und zweimal ging er selbst wahrhaftig durch ein Portal hinüber. Grimmar wusste immer noch nicht ob er sich dies eingebildet hatte oder wahrlich erlebte. Aber die beiden Steine waren so fest und echt wie die stählernen Waffen und so musste es wohl wirklich gewesen sein, vor allem weil auch Samhain in Kürze stattfinden würde. Zu diesem Fest, wo die dies- und die jenseitige Welt sich so nahe waren, wie im ganzen Jahr sonst nicht, wollte er zurück beim Swajut auf Hoimarshall sein, wo er den Winter verbringen und hoffentlich etwas Ruhe finden würde. Außerdem musste er die erlebten Heldengeschichten und Tavernenlieder noch niederschreiben...

Während Grimmar noch in Gedanken versunken war, polterte es an der Türe. "Verdammter Langschläfer - schau zu, dass du aus den Federn kommst! Ich habe Hunger, das Wetter ist schlecht und unsere Passage nach Hause geht in zwei Tagen am Meer ab! Wenn du nicht sofort heraus kommst, dann geh ich alleine in die Taverne!" Grimmar lachte auf, es war Iring sein Swajutbruder und Reisgefährte hier im Norden. Er schüttelte alle Gedanken ab, zog sich seine Tunika und seinen Umhang über den Kopf und nahm seinen Schwertgurt.

Gut gelaunt trat er vor die Türe und auf Iring zu, gespannt, was wohl alles noch passieren würde - und wie wohl das Frühstück in der Taverne aussehen mag ...
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Fr 12 Okt - 1:51

sehr geil geschrieben! cheers
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Mi 17 Okt - 20:06

Da schließ ich mich Raskell an....sehr geil......da erlebt man deine Reise gleich mit....und mehr noch....man denkt deine Gedanken......
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Mi 17 Okt - 21:30

Ja, stimmt, sehr plastisch beschrieben.
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Mi 17 Okt - 21:43

Danke, danke - fühl mich echt geehrt Rolling Eyes So geht denn halt jeder anders um mit seinen Erlebnissen: Der Iring hat sein Schlachtentagebuch und ich lass halt alle Welt öffentlich an meinen Erinnerungen teilhaben. Bleibt man wenigstens auch gut im Schreiben und im Stil, wenn man hin und wieder ein wenig was tippt. Mal schauen, was es dann nach Samhain zu schreiben gibt... Very Happy
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   So 11 Nov - 19:42

Sein
Hab und Gut packend kniete Grimmar an seinem Lagerplatz. Eine schöne Zeit der
Ruhe und der Erholung ist das, dachte er bei sich, während er eine Tunika
zusammenrollte und in sein Bündel legte. Kaum, dass die Kriegszüge und die
Strapazen der Heimkehr nach Hoimarshold vorbei waren, offenbarte ihm Raskell,
dass sie gemeinsam nach Raurikor müssten. Sicher, wieder in die Hauptstadt zu
kommen und dann auch noch mit seinem Gunrik vor den Rat der Clans zu treten war
schon ein gewaltige Ehre, aber seiner Meinung nach weilte Grimmar dort
mittlerweile viel zu oft. So wie ein Normalsterblicher wenig Kontakt zur
Anderswelt haben sollte, so sollte ein einfacher Krieger nur wenig Kontakt zu
seinen Herrschern haben, überlegt er. Doch war es denn wirklich so schlimm?
Grimmar dachte an die Abende in den Tavernen Raurikors und musste schmunzeln -
er müsste vor der Abreise noch etwas Kupfer in seinen Geldsack tun müssen.





Als
Grimmar seine Pergamente rollte und in eine Ledertasche packte um sie vor den
Strapazen der Reise und dem Wetter des Herbsts zu schützen hielt er inne. Zum
Swajut war er gekommen um Krieger zu werden - und nun war es seine Passion des
Lesens und des Schreibens, die ihn zu Ruhm und hohen Ehren brachten. War er es
nicht, der die komischen Zeichen des Feindes entschlüsselte und so einen verschwörerischen
Plan übersetzen konnte? War er es nicht, der in letzter Zeit viel der
Korrespondenzen für Raskell, seinen Gunrik, schrieb? Und war er es nicht auch,
den Hrothgar und Paigi je danach fragten das Schreiben zu erlernen? Ein wenig
Stolz erfüllte Grimmar und er gönnte sich einen Moment der Ruhe auf seinem
Lagerplatz, an die Decke der Hütte starrend. Dann würde er eben das Heldenlied
über Berengars Tod in Raurikor vollenden und nicht hier. Und vielleicht ließe es
sich in den Tavernen auch gleich einmal ausprobieren - gegen den ein oder
anderen Met verstand sich...





Seine
Gedanken schweiften ab zu einem ganz anderen Thema: Ob sein Vater wohl schon
Bekanntschaft mit den Falkensteynern gemacht hatte? Grimmar war mit dem Vikgraf
Lexalus ins Gespräch gekommen an Samhain, nach so manchem Horn von Met und
Gerstensaft. Beide hatten herausgefunden, dass die Reiserute der Falkensteyner
vom Westlichen Binnenmeer über den Lorsak an dem Hof von Grimmars Vater vorbeiführte.
Der Skribor bot Lexalus und den Seinen Quartier dort an. Und da der
Falkensteyner das Angebot gerne annahm, schrieb Grimmar an seinen Vater noch
einen Brief, den er Lexalus anvertraute. Er schrieb von dem Erlebten der
letzten Zeit und das es ihm gut gehe. Die Verletzungen, Wunden und Narben, den
Schrecken und das Entsetzen, dass Grimmar bislang aber gesehen hatte,
verschwieg er ihm vorsichtshalber - auf seine alten Tage, müsse er sich ja
nicht unnötig quälen. Auch schrieb er, dass es sich bei Lexalus und Ulrich um
große, tapfere Krieger und ehrenhafte Schlachtenbrüder handle, mit denen er schon
mehrmals Seite an Seite gekämpft hatte.



Was
würde sein Vater aber für Augen machen, wenn dann im Frühjahr nicht nur zwei
Falkensteyner sondern der Jarl persönlich mit seinem Gefolge am Lorsak anlanden
würde und um Nachtquartier und Essen an dem Hof ersucht. Grimmar hatte Lexalus
zugesagt, dass das kein Problem sein würde - auch wenn die Unterkunft mehr herzlich
als fürstlich war. Tja, der Alte wird das schon schaffen und zur Not sind da ja
auch noch meine Brüder, die alten Taugenichtse, dachte der Skribor bei sich.





Gut
gelaunt überlegte sich Grimmar, dass der Weg in die Hauptstadt wohl doch nicht
das Schlechteste wäre. Er befand sich mit dem Gunrik in erlesener
Reisegesellschaft und vielleicht würde er am Rückweg nach Hoimarshall selbst am
Hof seines Vaters vorbeikommen. Zufrieden schnürte der Skribor sein Bündel -
Morgen sollte es mit Raskell auf den Weg gehen. Aber bis dahin wartete noch ein
wahrlich köstlicher Braten auf ihn und den Swajut, den Paigi schon den ganzen Tag
am Feuer drehte. Und so ein Abschied wurde unter den Brüdern und Schwestern im
Swajut immer gebührend gefeiert. Morgen also, NACH Met, Fleich und Bier...
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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Di 26 März - 13:05

* * *

Am 26. des 1. Frühlingsmondes im Jahre 13

Er saß seit Stunden am Bett seines Vaters. Wie ein Irrer war er durch Schnee und Kälte den Lorsak hinauf geritten. Er hatte nicht geschlafen, nicht gerastet und nicht gegessen. Und nun saß er hier, in der Kammer seines Vaters und hielt an seinem Bett Wacht. Grimmar dachte nie, dass er seinen Vater je so sehen würde: schwach und bleich, vom Fieber gezeichnet.
Überall im Zimmer waren Kerzen entzündet und in einer kleinen Schale verbrannten Kräuter und Harze eines Händlers, der aus Südandryll kam. Auf der Stirn von Grimmars Vater ruhte ein kleiner, golden strahlender Stein. Tagras Belfaime - Träne der Lichtfee, nannte man ihn und seine heilende Wirkung war weithin bekannt, jene Wirkung auf die Grimmar hoffte, für die er die Nacht über inständig betete und für die er von Grimgard aus ein Pferd zu Schanden geritten hatte.

Grimgard - nur eines der Ziele, die er in den letzten Tagen aufgesucht hatte. Hierhin hatte ihn Fafnyr eingeladen, da er von dort aus in die Berge der Halvor unterwegs war. Dorthin war er gezogen von Wegursti aus, ebenfalls wegen Fafnyr. Aber wie hatte das alles begonnen...

In Hoimarshold hatte ihn die Kunde Markward Sturmhüters erreicht, er solle erneut an seinen Hof kommen, da er Informationen über einen Krieger des Swajuts brauchte. Grimmar verfluchte sich innerlich für den Bericht von der Turney, der ihn überhaupt erst in die Nähe des Guiskards und seines Hofes brachte und immer wieder dorthin zurückführte. Auch Raskell musste dies gemerkt haben, als er Grimmar aus Hoimarshold ziehen ließ - schließlich rief ihn ein Sippenführer. Bevor er das Dorf verließ, suchte Grimmar noch Fafnyr auf, der ihm von seinen hehren Zielen erzählte: Er wollte in die Berge des Drachenkamms und des Goldhaupts um nach den Städten der Zwerge zu suchen, von denen einige Legenden erzählten.

Gerüstet mit diesem Wissen machte sich Grimmar auf. Gut kam er voran, trotz des wieder winterlichen Wetters und der Kälte an Tag und Nacht. Als er das Tor von Wegursti erreichte wehte ihm eine Schneeböe entgegen und er wusste wieder warum die Halvor so kühl und diszipliniert waren - wie sollte man auch sonst mit solchen Wintern sein.
Die Tage an des Sturmhüters Hof wurden ermüdend für Grimmar. Dafür dass sein Kommen so immens wichtig war, beachtete Markward ihn nicht, ja vertröstete ihn drei Tage lang, ein andermal für ihn Zeit zu haben. So nutzte der Scribor die Zeit und widmete sich der Halle der Runen, die die Tílrun Wegurstis pflegten - einem tief im Boden gemauerten Raum, der über und über voll war von Büchern, Pergamenten und Schrifttafeln. Und wirklich fand Grimmar alte, teils verblasste oder verbrannte, vergilbte und vergraute Pergamente, die ihn glauben ließen etwas nützliches für Fafnyr über die Zwerge gefunden zu haben. Am selben Abend empfing ihn dann auch der Guiskard. Lang, schwierig, unangenehm und nervtötend - so ließ sich das Gespräch wohl am besten beschreiben. Und wäre sein Horn nicht immer wieder mit Met gefühlt worden, Grimmar hätte dem Sturmhüter alles vor die Füße werfen wollen, hätte sich vergessen können.
Dann, am Morgen des vierten Tages, als Grimmar an der langen Tafel von Markward Sturmhüters Hof saß und sein Morgenmahl zu sich nahm, kam ein Wächter zu ihm, mitzuteilen dass ein Botenrabe Kunde für ihn gebracht habe. Grimmar erhob sich rasch, während ein altes Weib zu seiner Linken murmelte: „Dunkle Schwingen - dunkle Botschaften...“. Als Gewäsch tat der Scribor solche Worte voreilig ab.
Als er dann das Pergament entfaltete erkannte er an der krakeligen Schrift sofort eine Botschaft seines älteren Bruders. Doch das Lächeln in seinem Gesicht erstarb so schnell, wie es gekommen war. Sein Vater sei krank und liege in starkem Fieber. Beim Abladen eines Bootes am Lorsak sei er ins Wasser gefallen und durch das Eis am Ufer gebrochen. Natürlich hatte er weiter gearbeitet und zwei Tage später plagte ihn starker Husten, gefolgt von dem Fieber, das ihm seitdem das Leben auffraß.

Grimmar schaute auf, als sein Vater sich stöhnend im Bett drehte. Er nahm den Stein von seiner Stirn und legte ihn auf seine Brust, nachdem er sich beruhigt hatte. Mit einem nassen Lappen wischte er über die heiße Stirn seines Vaters und murmelte ein Gebet, die Belfaime möge ihm Helfen. Grimmar war als Einziger wach im Haus. Er hatte seinen Brüdern angeboten, die Nacht über bei ihrem Vater zu wachen. Und auch wenn es ihm schwer fiel die Augen offen zu halten, bemühte er sich dennoch.

Schwer gefallen war ihm auch der Gang zu Markward Sturmhüter an dem Morgen, als ihn die Nachricht seines Bruders erreichte. Unverrichteter Dinge wollte er Wegursti verlassen, hatte schon einen Raben an den Hof seines Vaters und einen nach Grimgard zu Fafnyr geschickt, war fertig aufzubrechen, als ein Bote des Guiskards ihn holte: der Sturmhüter hätte etwas für ihn. Und so kniete Grimmar - mit den Gedanken schon lang auf Reise - vor dem hohen Stuhl Markwards nieder. Der ließ ihm ein gesiegeltes Dokument geben und meinte nur „für diesen Halbzwerg“. Zudem reichte er Grimmar vier Silber, dankte ihm beiläufig für seine Mühen und erwähnte lächelnd, dass er ihn rufe, wenn er ihn wieder brauche. Wenn er nur kein Guiskard wäre, dachte Grimmar bitter...

Doch dann war er wieder auf der Straße. Ein Handelszug mit Schmiedewaren war in Richtung Grimgard unterwegs und Grimmar schloss sich diesen an. Die Reise auf einem Ochsenkarren war zwar nicht viel schneller, als das Gehen zu Fuß, doch hatte er hier wenigstens die Möglichkeit die Gedanken etwas schweifen zu lassen. Er nahm sich die Knochenscheibe, aus der ein Schmuckstück für Frenja werden sollte, zum Dank für die Rettung seines Lebens, und begann daran zu Schnitzen und zu Feilen.

Als Grimmar dann in dem freien Handelsposten Grimgard ankam, tief in der Nacht, da staunte er nicht schlecht. Noch nie hatte er den Ort so bewusst wahrgenommen, noch nie war ihm das geschäftige Treiben so aufgefallen: Männer arbeiteten obwohl es Nacht war im Fackelschein noch an einem Teil des Palisadenwalls. Der Handelszug lud scheppernd und klirrend die Waren ab. Irgendwo wurde noch lauthals gefeilscht.
Und dann sah Grimmar ihn. Er stand mit dem Rücken zu ihm vor einer Bude, deren Besitzer bereits seine Eisenwaren zusammen räumte und Anstalten machte zu gehen. Da Stimme und Statur unverkennbar waren, klopfte Grimmar Hrothgar von hinten auf die Schulter, duckte sich unter seinem darauf folgenden Schlag hinweg und begann zu lachen. Ein Lachen in das der bärtige Nordmann einstimme, nachdem er erkannte, dass es Grimmar war, der ihn da berührte und kein Beutelschneider, wie es wohl einige an solchen Handelsposten geben sollte. Herzlich war seine Begrüßung.

Zusammen mit Hrothgar suchte Grimmar dann die Taverne Grimgards auf, wo Fafnyr warten sollte. Nicht schlecht staunte Grimmar, als er dann auch noch Bruna, die Metzgerstochter aus Hoimarshold, Darion Tracian, den freien Söldner, Brix, den Vorgänger Raskells um den sich zahlreiche Geschichten ranken, nebst zwei einheimischen Frauen am Tisch sitzen sah. Grimmar nahm sich die Zeit, mit den alten Freunden und Waffengefährten zu sprechen und zu scherzen, zu essen und zu trinken. Fafnyr gab er die Schriften und erzählte von der Legende die er in den Tiefen der Halvor-Schritfkammer gefunden hatte. Dankbar nahm er dies entgegen. Hrothgar berichtete von seinen neusten Versuchen des Bootbaus und der Probleme damit. Hätten Grimmar nicht die Sorgen um seinen Vater beschäftigt, es hätte ein wahrlich legendärer Abend in Grimgard werden können. Doch zog es Grimmar weiter - er musste nach Hause, da seine Brüder ihn brauchten.

So verabschiedete sich der Scribor und trat hinaus in eine kalte Nacht, als es zu schneien begann. Er ging zum Stall und weckte den Stallburschen, der dort neben einer Fackel schlief. Doch kamen keine Widerworte als er die drei Silberstücke zwischen Grimmars Fingern sah und den Namen des Guiskards der Sturmhüter vernahm. Der Bursche führte daraufhin sofort ein Pferd heran und machte es fertig. Grimmar hätte nicht gedacht, dass es wirklich funktionieren würde, so an ein Pferd zu kommen, aber das Tat es, den Göttern sei Dank. Der Bursche erklärte ihm noch, dass er das Pferd nach Grimgard zurückbringen müsse. Obwohl Grimmar keine Ahnung hatte, wann der das machen sollte oder ob er wieder hierher käme, sagte er dem Burschen zu, dankte und trabte den Stall hinaus zum Tor.
Dort versperrten ihm zwei schwer gerüstete Wachen in den Farben des Halvor-Clans den Weg. Grimmar stieg ab und erklärte, sein Begehr. Über soviel Unverstand schüttelten die beiden Krieger den Kopf, doch er ließ sich nicht abbringen. Und so wurde ihm das Tor geöffnet und Grimmar galoppierte davon.

So lange und keine Rücksicht auf das Pferd nehmend, bis er endlich an den Lorsak kam. Durch Schnee und Kälte, Regen und Eis ritt er unermüdlich den Fluss hinauf, bis er endlich am Hof seiner Familie ankam. Wie lang er geritten war, das wussten nur die Götter.

Sein älterer Bruder empfing ihn und bot ihm an sich erst einmal auszuruhen. Aber Grimmar hatte den Halvor-Gaul nicht so niedergeritten um sich jetzt auszuruhen. Er wollte gleich zu seinem Vater.
Dort wartete der älteste der drei Brüder und empfing Grimmar herzlich. Ihr Vater lag in seiner Kammer im Bett, mit Fellen und Decken zugedeckt. Die beiden erklärten ihm, dass sie jeden Heiler in der Gegend und auch welche von den fahrenden Zügen gebeten hätten zu helfen, aber seit fünf Tagen lag ihr Vater unverändert fiebernd und dem Tode nahe hier ohne zu erwachen. Grimmar sagte er würde die Nachtwache am Bett übernehmen, denn mit dem Anblick des kranken Mannes war seine eigene Erschöpfung vergessen. Nach einigem hin und her willigten seine Brüder jedoch ein.

Nachdem seine Brüder gegangen waren, vergewisserte sich Grimmar, dass die Türe fest geschlossen war. Er kramte in seinem Beutel und zog den Tagras Belfaime hervor, den er seinem Vater auf die Stirn legte. Seine Brüder würden die Magie, die hier wirken würde nicht verstehen und so wartete er mit der Benutzung. Doch nichts passierte.
Grimmar wusste nicht, was er erwartet hatte. Ein gleißendes Licht. Eine Erscheinung. Irgendetwas zumindest. Doch nichts passierte mit dem hellen Stein oder seinem Vater. Und so senkte er seinen Kopf und betete, ja flehte die Götter und die Lichtfee an seinem Vater zu helfen.

Dies war vor Stunden in der Nacht. Grimmar merkte, dass er mit dem Kopf auf den Decken seines Vaters lag - er war eingeschlafen. Aufgeweckt wurde er durch Bewegungen im Bett, doch nicht durch hektische oder schmerzerfüllte, durch ruhiges Drehen. Grimmar schnellte hoch und berührte die Stirn seines Vaters. Keine Spur von Hitze oder Schweiß - es war die Stirn eines gesunden Mannes. Grimmar nahm den Stein wieder an sich, der in der rechten unteren Ecke dunkel verfärbt war, so wie der Mond, der vor dem Fenster langsam am Himmel dem Tag wich.

„Grimmar?“ fragte sein Vater mit brüchiger Stimme und der junge Scribor sah glücklich auf. Er konnte es kaum fassen, sein Vater war gesundet und vom Fieber befreit, er sprach mit ihm.
„Gut, dass du hier bist mein Junge. Wir müssen reden, denn ich habe dich vor langer Zeit belogen...“.

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BeitragThema: Re: Die Ankunft eines jungen Raurikers...   Di 26 März - 21:35

schön zu lesen, als ob man dabei wäre
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