Gronjaskalm ist ein Schwert, von dem behauptet wird, dass es im ersten Krieg gegen die Wendools eingesetzt wurde. Die Machart der Waffe lässt aber auf ein deutlich jüngeres Datum schließen, es handelt sich um ein Langschwert mit gerader, schlanker Klinge aus gutem Stahl.
Einige Legenden behaupten, die Waffe sei das Produkt elbischer Schmiedekunst und dies erkläre auch, warum sie den Bronzewaffen der ersten Rauriker so überlegen sei.
Eine weitere Legende sagt, dass die Bronzeklinge der Waffe abbrach, als der namenlose Held, der sie damals führte, sie in die Flanke eines Höhlenbärs, eines Avatar des Borgrimm selbst oder in den Leib eines Wendoolhäuptlings rammte. Danach soll das Heft viele Generationen lang als Reliquie aufbewahrt worden sein, bis man sich entschloss, ihm eine neue Klinge zu schmieden und dem damaligen neuen ersten Guiskard als Symbol seiner Autorität zu überantworten.
Schließlich behaupten einige Skalden, dass beide Versionen stimmten. Noch phantastischer ist aber die Geschichte, dernach das Schwert garnicht geschmiedet wurde, sondern am Vorabend der Entscheidungsschlacht im ersten Krieg gegen die Vasallen Borgrimms auf wundersame Weise in die Hände des namenlosen Helden gelangt sein soll: Als er mit seinen Kriegern durch den Wald striff, soll er einen kohlschwarzen Wolf gefunden haben, groß wie ein Pferd und mit glühenden Augen. So bedrohlich das Tier aussah, so hilflos war es, wie der tapfere Held erkannte, denn sein Bein war in einer schmalen Felsenspalte eingeklemmt. Ein Brocken von der Größe eines Menschenkopfes war verrutscht und hatte sich in einem Riss im Boden verklemmt und die Pfote dabei eingequetscht, so dass sich das Tier nicht befreien konnte.
Obwohl der Wolf ihn wütend anknurrte, ging der Held auf ihn zu, redete beruhigend auf ihn ein, bis der Riesenwolf sich beruhigt hatte und hob dann mit all seiner Kraft den Stein heraus.
Ab dieser Stelle gibt es zwei Versionen der Geschichte. Der einen nach soll der Wolf in die Nacht gelaufen sein und der Mann sah das Heft des Schwertes in der weichen Erde stecken, die den Raum zwischen den Felsen füllte, genau dort, wo der Wolf seine Pfote eingeklemmt hatte. Er ergriff das Schwert, dessen ganze Klinge in der Erde stack und zog es heraus - die längste und schönste Schwertklinge, die er je gesehen hatte.
In der anderen Version der Geschichte bäumte sich der Wolf nach seiner Befreiung auf, ein trockener Blitz schlug aus dem wolkenlosen Himmel und spaltete eine Eiche genau in der Mitte, nur einen Schritt entfernt von dem Raurikerhelden. Als der sich dorthin wandte, sah er im gespaltenen Stamm das Schwert - und der Wolf war verschwunden.
Woher auch immer Gronjaskalm stammt und wie alt es auch sein mag, die Grünfänge sehen in ihm so etwas wie die Insignie ihres ersten Guiskards. Ragin selbst trägt das Schwert nur sehr selten und nur zu bedeutenden Anlässen. Meist wird es in der Oberen Halle in Vargranja aufbewahrt.
Wenn er aber seine Sippe geschlossen zu den Waffen ruft, dann ergreift Ragin auch das Heft Gronjaskalms.