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So 5 März - 23:45 von Raskell
Die aktuelle Kampganen-Karte ist nun auf der Homepage drauf.
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 Durch den Nebel

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Bron Boro
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   So 21 Apr - 2:37

Einige Tage waren vergangen und schon wieder zog es den Schamanen fort, zurück in die Heimat. Die kranke Seele des Landes Hag Raurik drückte schwer auf sein Gemüt. Er spürte mit einer fast schmerzenden Klarheit den Willen, der über Wäldern, Hügeln, Feldern, Flüssen und Seen lag. Verächtlich blickte ein Geist auf dieses Land, verächtlich und voll von einem Hass, der einst brennend gewesen sein mochte, doch nun zu einem stetigen Glimmen herabgekühlt war, nicht rasend, aber allgegenwärtig und unauslöschlich.

Krieger zogen gen Westen, Reiterheere, groß und mächtig. Er sah in die Gesichter, als sie an ihm vorbeiritten. Manche voll Zuversicht, ja Eitelkeit, unbesorgt und siegessicher. Andere ernst und entschlossen. Wieder andere von voraussehender Sorge verdunkelt. Waren es Hunde, die ihrem Herren auf die Wilde Jagd folgten oder Schafe, die man zur Schlachtbank trieb? Mit ihnen wehte ein schwarzer Wind, in dessen Tosen die Stimmen hasserfüllter Geister trieben. Keiner der Bewaffneten ahnte etwas von den dunklen Böen, die über ihren Helmen dahinzogen, mit ihnen und ihnen voran, wie Streifen die ein Künstler mit Tinte in die Luft gemalt hatte.

Als der letzte der Reiter an ihm vorbeigezogen war, ging er in ihrer Spur weiter. Die kampflustigen Dämonen, die auf dem schwarzen Wind ritten, jolten und glucksten und lachten in Vorfreude auf das kommende Sterben, die rohe Gewalt, die Angst und die Schmerzen. Doch kein roter Nebel war am Horizont zu sehen.

"Ein Heer im Zeichen der Spinne" hatte er wieder und wieder gehört. Es lag in aller Munde. Jeder Reisende wusste davon, jeder Wirt, jeder Bauer, jeder Fischer und jeder Hirte, dem er begegnet war. Eine Spinne? Ja, das Land wiegte sich in der Umarmung ihres Netzes. Ein Netz, dass sie lange gewoben hatte, unbemerkt, im Schatten, in der Stille. Und während die Augen der Menschen sich auf andere Gefahren richteten, hatte sie ihr Netz immer enger geschnürt.

War sie es, die auch den Schleier über die Sonne im großen Sumpf geworfen hatte, die die Geister in solchen Aufruhr versetzte? Wenn es so war, war es dann Teil ihres Plans oder geschah es nebenbei? Vielleicht, nur vielleicht, waren die Seelen der Länder so miteinander verwoben, dass der Schmerz der einen auch die andere ergriffen hatte. Er wusste es nicht, doch seine Gedanken drehten sich um diese Vorstellung, während er einen Fuß vor den anderen setzte und Schritt um Schritt seiner Heimat näher kam.

"Wenn Löwe und Bär miteinander zu ringen glauben, obwohl sie nur an den Fäden der Spinne tanzen und die Krähe über dem Geschehen kreist, wo passt dann die Neunköpfige in dieses Bild?" Er hielt inne. Woher kam dieser Gedanke? Es war nicht der seine, denn von der Krähe wusste er nichts und wie Bär und Spinne hier zueinander standen, so er das Bild richtig deutete, wusste er auch nicht. Ein Geist musste zu ihm gesprochen haben. Doch er hatte ihn nicht bemerkt. So sehr war er in sein Grübeln versunken gewesen und der Geist hatte nicht gewartet, bis der Tatali seine Aufmerksamkeit auf ihn hätte richten können. Er musste weitergezogen sein, in dem Moment, in dem er zu Bron, dem Sohn des Bors aus dem Hause Boro, geprochen hatte.

Er ging noch lange. Nachts fand er Unterschlupf bei Bauern, dann wieder in einem Gasthaus. Ein andernmal schlief im Boot eines Fischers an einem kleinen See, dann beim Feuer einiger Schafhirten. Und während er immer weiter seines Weges ging, ließ ihn der Gedanke nicht los, das Bild von Bär und Löwe im Netz der Spinne und darüber ein schwarzer Vogel, der seine Kreise am Himmel zog.


Zuletzt von Bron Boro am So 21 Apr - 11:38 bearbeitet; insgesamt 6-mal bearbeitet
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Raskell
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   So 21 Apr - 3:32

nice! Very Happy Smilecheers
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Bron Boro
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   So 21 Apr - 15:27

Als er endlich den tiefen Sumpf erreicht hatte, schmerzte sein Körper von den Füßen herauf bis zur Stirn. Es trieb ihn voran, immer voran. Der grausame Wille, der sich wie eine eiserne Klaue über das Land gelegt hatte, ließ ihm keine Ruhe. Hinter seiner Stirn pochte es und seine Augen brannten. Er war noch nie in seinem Leben eine so lange Strecke in so kurzer Zeit gegangen. Das Leder seiner Schuhe war so abgewetzt, dass er jede Erhebung im Boden hindurch spüren konnte. Und immernoch verfolgte ihn dieses Bild... ein trotziger Ärger hatte sich in ihm breit gemacht. Wer war dieser Geist, was für ein Geist war es? Der sich seiner Sicht entzog, wie einem Normalgebürtigen, der ihn, den einen Tatali in Hag Raurik gefunden hatte, um ihm ein Bild vor das innere Auge zu setzen? Die Neunköpfige... war sie es? Sie selbst? Oder war es die Spinne, die ihn verhöhnen wollte? Nein. Dieser Wille tat nichts, was seinen Zielen nicht diente und einen üblen Scherz mit dem Geistseher zu treiben würde seine Ziele nicht fördern.

Oder war es doch sein eigener Gedanke gewesen? Hatte sich etwas emporgegraben aus den tiefen Schichten seines Wissens, die verschüttet waren von unzähligen Erlebnissen, von den Sinneseindrücken, die ihn begleiteten. Wie in Trance tastete er sich entlang von Büschen und Bäumen über den weichen Boden, seine Augen suchten nach dem Schimmern des Nebels, huschten unstet von einem Geist zum anderen, entlang alten, blattlosen Weiden, über Schilf und Moos.

Er schüttete gierig den Inhalt der kleinen Flasche, die an seinem Gürtel hing in den Mund und spülte ihn aus, verteilte die Flüssigkeit und den fruchtigen Geschmack. Weit in der ferne sah er die dunklen Rauchschwaden, wo der Krieg nun in das Land eingefallen war. Bilder und Gerüche schwemmten über seinen angestrengten Geist und erschufen eine wirre Kakophonie. Während er das Gefühl hatte, sich hektisch durch das Unterholz zu schlagen, wie ein zorniger Basilisk über Stock und Busch zu preschen, derweil ihm der Schweiß nass über den Rücken lief, bemerkte er gleichzeitig, wie sein Körper sich mit der gewohnten, fast zeitlupenartig langsamen Vorsicht bewegte.

Er beobachtete sich selbst, wie aus den Augen eines fremden Beobachters und merkte, dass diese Unruhe nur eine innere war. Als der Sumpf tiefer wurde, der Boden weicher und endlich eine dicke Decke aus kaltem, klammem Nebel über dem Land lag, begann er sich schließlich zu beruhigen. Ein Gefühl, angekommen zu sein, ermächtigte sich seiner Sinne und als er zu guter Letzt seine Hand auf den Stein legte und die eingemeißelten Linien ertastete, begriff er, dass sie ihn gerufen hatte.
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Bron Boro
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   Di 23 Apr - 23:35

Er wusste nicht, wie lange er vor dem alten Grenzstein gestanden hatte, die Hand auf der eingemeißelten Hydra, doch es war dunkler geworden. Irgendetwas hatte ihn alles um sich herum vergessen lassen. Er fühlte sich erholt, doch hatte er gleichzeitig das Gefühl, erst einen Moment und doch eine Ewigkeit hier verbracht zu haben. Die nebelhafte Gestalt eines Geistes saß auf dem Stein und blickte ihn erwartungsvoll an.

Bron blickte sich um. Ein anderer Geist saß inmitten der Krone eines Baumes. Ein anderer hatte sich vor dem Grenzstein niedergelassen und sah den Geistseher aus großen, froschartigen Augen an. Immer mehr gespenstische Schemen entdeckte er um sich herum. Einige bewegten ihre Lippen, so sie welche hatten, und ein raunendes Gemurmel begann sich einen Weg in sein Bewusstsein zu bahnen. Es dauerte, bis es ihm gelang, die zahlreichen Stimmen von einander zu trennen und den Worten einen Sinn zu entlocken. Doch nach und nach entworr sich das Geflecht von Wortfetzen, breitete sich vor ihm aus, bis er darin lesen konnte, wie in einem Buch. Sein Verstand raste von einem Satz zum anderen, sprang unvermutet zwischen den Zeilen umher. Worte wurden zu Schriftzeichen, Sätze zu Farben, Töne nahm er wahr, wie Gerüche. Aus Verstehen wurde Verwirrung, dann Angst, dann Zorn, dann Hass. Dann bemerkte er, dass er sich täuschte: Nicht Hass, Schmerz. Er schrie. Erst tief, ein Grollen, dass aus seiner Körpermitte nach oben drang, die Kehle hinauf, dunkel und hart, dann höher, ein gezogenes, tierhaftes, verletztes Heulen.

Sein Stab entglitt ihm und er presste verzweifelt die Hände an die Schläfen, während er in die Knie sank. Der Schmerz trieb ihm Tränen in die Augen. Er warf den Kopf nach vorne und stieß ihn hart an den Stein, fiel zur Seite und krümmte den Leib zusammen, wie ein geprügelter Hund. Er hatte die Zähne so fest zusammengepresst, dass er glaubte, der Kiefer würde ihm zerspringen. Der eiserne Geschmack des eigenen Blutes erfüllte seinen Mund. Als er sich mit Gewalt zwang, die Augen wieder zu öffnen, sah er nur verschwommen durch die Tränen, die zwischen seinen Lidern hingen. Doch irgend etwas stand über ihm. Verzerrte Gesichter, schemenhafte Gestalten. Unter Aufwendung aller ihm zur Verfügung stehenden Willenskraft, hob er die Hand zum Gesicht und wischte die Augen frei.
Die Geister standen dicht um ihn herum, sie schrien ihn tonlos an, die Münder grotesk weit aufgerissen. Er stemmte die Hand mit gespreitzten Fingern in den Boden und vergrub sie im Moos. Er lenkte seine Gedanken auf die Berührung, weg vom Schmerz, weg von den Stimmen, weg von dem Gewirr von Gefühlen und Gedanken. Er konzentrierte sich mit aller Macht nur auf das feuchte, kühle Moos, die weiche Erde darunter, das Wasser, die Steine, die Wurzeln... es war als glitte der Schmerz durch seine Finger in die Erde und etwas anderes erfüllte ihn auf genau dem selben Wege. Aus der dunkelheit der klammen, kalten Erde. Als er aufsah, waren sie noch da, doch sie standen stumm um ihn herum und wichen langsam zurück.

Er setzte sich auf. Sein Blick glitt die Reihen der unwirklichen Gestalten langsam und misstrauisch entlang, während seine Hand nach dem Stab tastete. Als er ihn endlich gefunden hatte, stand er schließlich auf.

Als er zwischen den Reihen der Geister hindurchschritt, wichen sie bereitwillig zur Seite.
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   So 28 Apr - 15:06

Er hatte einen langen Weg vor sich. Nicht unbedingt in direkter Linie, da war der Marsch, den er im Hag zurückgelegt hatte, wesentlich länger gewesen, doch hier, in Tatalia, war jeder Weg länger, anstrengender und umständlicher, als die bloße Entfernung vermuten ließ. Doch so hatte er wenigstens die notwendige Zeit, um sich über ein oder zwei Dinge klar zu werden.

Ein sehr mächtiger und geduldiger Geist hielt das Land der Rauriker im Griff und seine Absichten waren zweifelsohne feindselig. Auch das Land des Tralosk litt. Aber er spürte dieses Bewusstsein, diesen Willen nicht. Die fette Spinne, wie Bron diesen Geist in Gedanken nannte, hatte ihren Blick nicht auf Tatalia geworfen.
Ein weiterer Geist hatte sich eingemischt, einer von den Großen, und ihm, dem Schamanen Bron aus dem Hause Boro, einen Gedanken gegeben, ein Bild vor sein inneres Auge gemalt. Natürlich redeten Geister in Rätseln, das taten sie ständig und seiner langen Erfahrung zum Trotz war er nicht gut darin, Rätsel zu lösen. Eine alte, erfahrene Hexe konnte ihm vielleicht helfen... vielleicht. Doch sie kannten das Hag nicht und wussten manches Bild nicht zu deuten, also war diese Nachricht eindeutig an ihn gerichtet.

Auch die Geister am Grenzstein hatten ihn aufgewühlt. Er konnte sie nicht verstehen, irgendetwas hatte sie nicht nur aufgescheucht, sondern in blanke Panik versetzt. Es gelang ihm einfach nicht, ihr Verhalten zu deuten. Sie wollten ihm etwas mitteilen, doch er konnte es nicht entschlüsseln.

Während sich seine Gedanken um all die Fragen, dieses scheinbar völlig ungeordnete und zusammenhangslose Chaos, drehten, schritt er die gewohnten Pfade. Immer wieder musste er innehalten, um den Boden einer sorgsamen Prüfung zu unterziehen. Mit dem Ende seines Stabes tastete er unter dem Nebel, wie fest der Untergrund war... und ihm schien, als wäre es schwieriger geworden, eine sichere Passage zwischen den Wasserlöchern und dem weichen Morast zu finden. Irgendwo zwischen all dem anderen Wissen und Vermuten, dass er verzweifelt zu einem klaren Bild zusammenzusetzen versuchte, blieb dieser Gedanke hängen und ließ sich nicht mehr abschütteln.

Er verdrehte angestrengt die Augen und flehte sich selbst um Geduld an, während er sich bemühte, die Stimmen auszublenden. Das Gebrabbel und Gemurmel der Geister nahm mittlerweile ein lächerliches Ausmaß an. Sie schwirrten herum wie die Schmeißfliegen und schrien sich gegenseitig und ihn an, ohne dass auch nur ein einziger, sinnvoller Satz dabei gewesen wäre. Doch schließlich gelang es ihm, eine Stimme nach der anderen auszublenden und sich auf seine Umgebung zu konzentrieren. Bald würde er im Dorf des stolzen Wystan ankommen, dann wollte er wenigstens ein Ohr für ihn offen haben.
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Bron Boro
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   Fr 10 Mai - 0:04

Als er in dem Dorf ankam, sah wurde das Tor von Kriegern bewacht, die tatalische Kriegskeulen trugen und tatalische Rüstungen aus schwerem Leder. Sie führten ihn zum mächtigen Wystan, der ihn empfing in seinem Gewand aus grauem, weichem Stoff und einer langen Weste aus dunklem Fell.

Bron Boro senkte den Kopf in einer Geste der Ehrerbietung. "Wystan, ihr erstaunt mich. Ich hätte erwartet, eure Krieger mit Äxten aus Eisen zu sehen und euch selbst in einer Rüstung aus Metall. Wozu habt ihr Krieg geführt gegen die Krulodt, wenn nicht, um ihre unermesslich wertvollen Waffen und Rüstungen zu erobern?

Wystan lachte. Bron war erstaunt. Nie hätte er gedacht, diesen Mann einmal lachen zu sehen oder zu hören. Und als dieser noch lauter lachte, wurde dem Geistseher klar, wie verwirrt er gerade dreinblicken musste.

"Komm, Geistseher!" rief der Adlige. Dann legte er dem kleineren Mann die Hand auf die Schulter und führte ihn in den hinteren Teil des Dorfes. Männer mit stählernen Äxten zerteilten Holzstämme mit kräftigen Schlägen. "Wir fällen Bäume jetzt in der Hälfte der Zeit!" rief Wystan stolz. "Dickere Bäume, härteres Holz. Wir erhöhen die Palisade und unser Dorf wird so gut wie unangreifbar!" Er wandte sich um. "Komm, komm ich werde dir etwas zeigen!" Er ging mit ihm zu einem großen Unterstand. Eine zerbeulte Brustplatte hing an vier Stricken über einem brasselnden Feuer, darauf brieten große Fleischstücke. Über einem anderen Feuer hing an einem Seil, dass am Kinnriemen festgebunden war der Eisenhut des Anführers der Krulodt, darin brodelte dickflüssige Suppe. "Kochen und Bauen! Das ist besser, als die Eisenkleider ihres Glanzes wegen herumzutragen!" Dann lachte Wystan wieder. Doch unmittelbar kehrte der Ernst in seine Züge zurück.
"Geistseher, sei nicht töricht! Natürlich haben wir viele Eisenteile aufgehoben. Waffen und Rüstungen. Aber keiner hier hat einen so großen Kopf oder so einen Brustkasten, dass er mit diesem Helm oder diesem Brustpanzer etwas anfangen könnte. Und die größten der Äxte der Krulodt sind zu schwer, um sie richtig zu benutzen, die taugen uns nur als Werkzeuge, wo das Ziel des Schlages sich nicht bewegt. Nun gehören meine Krieger zu den am besten ausgerüsteten im ganzen Königreich."
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   Mi 29 Mai - 3:29

Der Geistseher blinzelte. Der Rauch, der die Hütte erfüllte, trieb ihm Tränen in die Augen und das Zischen und Wispern der alten Fettel war wie das Kratzen scharfer Klauen über glattem Stein. Die alte Hexe redete lange und eindringlich und obwohl auch sie nicht in allem die Bedeutung erkennen konnte, brachte sie ihn auf neue Ideen, neue Möglichkeiten, die Geschehnisse zu deuten. Dies alles schien auf einen Krieg hinzuweisen. Nicht nur ein kleines Gefecht, keine Ansammlung von Scharmützeln, ein richtiger Krieg, der sich noch lange hinziehen konnte. Und wenn die Angreifer ihr Ziel erreichten, war vielleicht auch das Reich des Tralosk nicht mehr sicher. Schon lange hatten sich die Tatalii hier in der zweifelhaften Sicherheit des Nebels und der Abgeschiedenheit gewogen und waren ihrem einfachen Leben nachgegangen. Sicher gab es keinen Grund, in Panik zu verfallen, aber er würde mit ein paar Fürsten reden müssen. Das neunköpfige Banner musste sich nun erheben. Und das würde wesentlich schneller passieren, wenn die Fürsten zum König gingen, als umgekehrt.
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   Di 9 Jul - 18:02

Ein sanfter Regen fiel auf das Blätterdach, als sich die bleiche, kalte Sonne erneut über den Horizont schob und ihr liebloses Licht sich zaghaft über den dunklen Sumpf von Tatalia ergoss. Weder Regen noch Sonnenlicht vermochten zunächst das Blattwerk zu durchdringen. Doch während die einsame Gestalt sich über den unsicheren Boden tastete, wurde der Regen immer stärker. Ein fast handwarmer Regen, der aus seltsam hellen, milchigen Wolken herabfiel, die die Sonne nicht aussperrten, sondern nur ihr Licht zerstreuten. Die Tropfen wuchsen von Stunde zu Stunde. Am frühen Morgen noch kleine, schwache Tröpfchen, waren sie inzwischen groß und schwer geworden, trafen hart auf die Blätter der Bäume, drückten sie nieder und liefen an ihnen entlang, um sich auf ihnen zu fingerhutkleinen Seen zu verbinden und dann als winzige Wasserfälle von ihnen zu lösen und zur Erde zu stürzen. 

Der Nebel huschte zur Seite, wo sich das Wasser seine Bahn brach und der Morastige Grund offenbahrte sich dem Betrachter, oder hätte es zumindest getan, wenn jemand da gewesen wäre, der dem Schauspiel irgendeine Beachtung geschenkt hätte.
Aber der stille Wanderer, der sich allein durch den Sumpf bewegte, brauchte kaum einen Blick auf den Boden zu werfen. Er schritt mit nahezu schlafwandlerischer Sicherheit voran.
So war es zumindest eine ganze Zeit. Doch dann konnte auch er sich nicht mehr einreden, dass alles ganz normal wäre.

Der Nebel hatte sich fast völlig ergeben und das Feld den plätschernden Regentropfen überlassen, so dass der Blick ungehindert über den Sumpfboden streifen konnte. Ein mulmiges Gefühl breitete sich in dem einsamen Wanderer aus. Sein Blick wurde nervös, unsicher.
Er ging weiter, bis schließlich der alte Stein in Sichtweite kam. Er schauderte. Der Stein war gut sichtbar, nicht in Nebel gehüllt, nicht verborgen, bis er plötzlich wie ein Schatten aus der Vergangenheit aus dem Nebel aufragte, nein. Er stand da, alt, grau, verwittert, gut sichtbar und... seltsam entzaubert.
Im Schneidersitzt saß ein schmächtiger, in Felle gekleideter Mann auf dem alten Stein und blickte ihn erwartungsvoll an.

"Du bist gekommen. Ein verstörender Anblick, nichtwar?
"Ja, Bron. Verstörend. Und jetzt?"
Der Geistseher seufzte. "Sieh, dort." Mit einer weit ausschweifenden Handbewegung deutete er neben und hinter sich. Der Mann blickte sich um. "Ein... Kreis?" Bron nickte. "Ja, ein Kreis." "Und was bedeutet das?" Ein gackerndes Lachen entrang sich der Kehle des Geistsehers. "Die Grenze verschiebt sich, schätze ich. Aber wer weiß das schon? Jedenfalls finde ich den Weg nichtmehr." Der Andere runzelte die Stirn nachdenklich. "Du findest ihn nicht mehr? Wie kann man nur den Weg vergessen? Ein Weg verschwindet doch nicht einfach!"
Bron lächelte. "Doch, derhier ist einfach nicht mehr da, wo er war. Ich weiß es nicht. Vielleicht war das alles auch nur ein Traum? Wer kann das sagen? Aber auch, was eigentlich nicht sein kann, ist nunmal, wie es ist, wenn es ist."
"Das ergibt überhaupt keinen Sinn!" protestierte sein Gegenüber. "Kann schon sein." murmelte Bron Boro verschmitzt. "Aber es ist nunmal so. Der Weg hat sich verändert. Ich weiß nicht, ob ich ihn wiederfinde. Immerhin... jeder Weg führt irgendwo hin." "Aber sagtest du nicht, der große Sumpf liegt mitten im Land der Kalat? Wie kann dann ein Weg aus Tatalia irgendwo anders hinführen, als zu den Kalat?"
"Das meine ich ja." Bron legte den Kopf schief. "Es kann eigentlich nicht sein. Aber es ist unvernünftig, die Wahrheit anzuzweifeln, selbst wenn wir uns nicht erklären können, wie sie zustandegekommen ist. Wir müssen mit der Welt leben, wie sie ist, denn eine andere haben wir nunmal nicht."
Der Andere schnaubte verächtlich. "Das muss das Werk der Geister sein!" Bron nickte. "Natürlich. Alles ist das Werk der Geister. Sie lassen Sonne und Mond aufgehen. Manche Leute beobachten Sonne und Mond und glauben, nur weil diese seit Jahr und Tag immer auf die selbe Art und Weise über den Himmel wandern, würden sie das ewig tun. Sie vergessen, dass sich die Geister von Sonne und Mond jederzeit dazu entscheiden könnten, ihren Lauf zu ändern. Aber mach dir keine Sorgen. Wie ich schon sagte: Jeder Weg führt irgendwohin. Wir müssen nur den Mut haben, ihn zu gehen."
Dann schwang er sich von dem Stein und griff nach dem Stab, der am verwitterten Fels lehnte.
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   Mi 10 Jul - 0:29

Tatsächlich bildete der Nebel einen nahezu perfekten Halbkreis um den alten Grenzstein.
Zum Landesinneren hin offen, nach Außen aber weiterhin eine seltsame, neblige Grenze. Doch auch hier war er nicht so dicht, wie man das gewohnt war. Die Regentropfen schlugen in die graue Brühe, konnten sie lichten aber nicht völlig zerreißen.
"Also, du findest den Weg nicht mehr ins Land der Kalat. Wenn man aber immer gerade aus geht, muss man doch irgendwo ankommen. Das Land wandert ja nicht hin- und her. Wenn da vorher das feste Land war, dann ist es jetzt auch noch da."
Bron schüttelte den Kopf. "Was für ein Unsinn. Du weißt so gut wie ich, dass man nicht einfach immer geradeaus gehen kann. Wenn die Sumpfgeister nicht wollen, dass man den Sumpf verlässt, dann wird es schwierig. Sie lenken die Schritte, sie verwirren dich, sie legen dir Hindernisse in den Weg und ehe du dich versiehst, bist du im Kreis gelaufen."
Der Andere nickte. "Ja, da hast du recht. Also wollen die Geister nicht, dass wir Tatalia verlassen?" 
"Nun, zumindest ein paar, ja." 
"Warum?"
Bron zuckte erneut mit den Achseln und kratzte sich umständlich am Kopf. "Vielleicht... vielleicht hat es etwas mit der kalten Sonne zu tun? Mit den Totgeborenen? Oder mit den zornigen Tieren? Die Geister sind in heller Aufruhr, so viel ist sicher. Ein sehr alter Wille hat sich um das Land außerhalb des großen Sumpfes gekrallt. Aber wenn es mir nicht gelingt, die Adligen davon zu überzeugen, dass das neunköpfige Banner sich erheben muss, dann ist es sowieso egal."
"Das wirst du aber nicht. Was hätten wir davon? Selbst ich bin nicht überzeugt."
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   Mo 22 Jul - 22:28

Bron Boro wedelte gedankenverloren mit der Hand in der Luft und beobachtete die anmutigen Bewegungen der Schattens, der sich zwischen seinen Fingern schlängelte. Der Geist summte vergnügt.

Währenddessen wanderten die Gedanken des Schamanen immer wieder zu dem Pfad im Nebel. Warum fand er nur den Weg nicht? War es Tatalia, das sich veränderte? Oder war es das Land außerhalb?
Ohne es wirklich zu bemerken, hatte er in das sonore Summen eingestimmt. Es half ihm beim denken. Spinne, Löwe, Hydra, Krähe, Bär... es war, als tanzten sie einen Reigen, dessen Rythmus er einfach nicht durchschaute, egal, wie sehr er sich auch konzentrierte.

Sein Begleiter wartete geduldig. Schließlich seufzte Bron Boro tief. "Ich gebe auf. Ich verstehe es einfach nicht. Ich kann keinen Zusammenhang erkennen. Ganz offenbar hält mich etwas davon ab, etwas, dass die Füße einfach immer wieder dazu verführt, im Kreis zu laufen, ohne dass die Augen es erkennen und der Verstand es begreift, aber ich weiß nicht, wer dafür verantwortlich ist."
"Ich dachte, genau dazu sind Hexen und Geistseher da, dass sie verstehen, was sich dem Auge verschließt." antwortete sein Gegenüber lakonisch. Bron zischte gereizt. "Ja. Eigentlich. Aber das hier geht einfach über meine Fähigkeiten. Zumindest noch. Ich verstehe es einfach nicht." "Hm." Beide schwiegen für einen Moment. Dann sagte Brons Begleiter vorsichtig: "Vielleicht muss man es garnicht verstehen. Vielleicht muss man sich einfach davon ergreifen lassen." Der Schamane legte die Stirn in Falten. "Das könnte sogar funktionieren."
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   Do 22 Aug - 17:09

Der Geistseher Bron aus dem Hause Boro hob seinen Stab. Er fauchte den großen, bedrohlichen Schatten ärgerlich an und konzentrierte sich mit aller Macht auf den geheimnisvollen Willen. Der Schatten wich zurück. Bron folgte ihm, den Stab weiterhin erhoben.
Der Schatten wurde kleiner, seine tiefe Schwärze wich einem faden, kraftlosen Grau, dann stöhnte er wie ein sterbendes Tier und versank zwischen Wurzeln und Schlamm. Bron lächelte böse. "Na, geht doch."
Dann schlich er weiter. Er lauschte dem Flüstern der Stimmen im Wind und versuchte die etherischen Gestalten zwischen den Nebelschwaden auszumachen. Es war schwierig geworden, sich an ihren Stimmen zu orientieren. Dennoch vertraute er diesem besonderen Sinn mehr, als seinen Fähigkeiten als einfacher Waldläufer. Bald war er völlig vom Nebel umschlossen. Die Stimmen wurden leiser und undeutlicher.
Sehen konnte er ohnehin nichts mehr. Eine Ewigkeit schien er durch den weißen Dunst zu wandeln. Die Zeit verlief irgendwie langsam, zäh. Ein bedrückendes Gefühl.
"Alles nur Sinnestäuschung." Fauchte er in die Luft. Seine Stimme hörte sich seltsam fern an, als hätte nicht er gesprochen, sondern irgendjemand anderes, der in weiter Ferne stand. Die Bäume fühlten sich glitschig und seltsam warm an, während er sich an ihnen entlang tastete.
Dann veränderte sich etwas. Die Zeit floss wieder in ihrer normalen Geschwindigkeit. So fühlte es sich zumindest an. Der Boden war fester geworden, weniger tückisch. Die Bäume waren weniger, dünner, knorriger und trockener. Als der Nebel sich vor ihm so weit lichtete, dass er weit sehen konnte, erblickte er vor sich eine weite, flache und nur mäßig bewaldete Ebene.
Er blinzelte. Das sollte hier anders aussehen. Irgend etwas war falsch.
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   Di 27 Aug - 3:04

Tharandrien... was für ein seltsames Land. Bron wartete. Als der Nebel aufzog trat er entschlossen hinein. Da war er! Der Umriss des fremden Willens zeigte sich wie ein Berg aus fleisch gewordener Boshaftigkeit. Bron erschauderte. Wenn der Geist seine Schwäche bemerkte, würde er ihn verschlingen, wie eine große Schlange eine Ratte.
So verschloss er sein Inneres, wie er es gelernt hatte, ummantelte seine Gedanken mit einer Mauer, baute ein Schaubild der Stärke... und der Geist wich. Bron stach mit seinem Willen zu, wie mit einem Dolch und der Geist machte den Weg frei. Der Schamane ging hindurch. Er hoffte inbrünstig, dass ihn dieser Weg in die Heimat bringen würde. Der Nebel umschloss ihn, wie ein Kokon. Er ging weiter. Es gab ohnehin kein Zurück mehr. 
Als er schließlich am anderen Ende ankam und der Nebel sich lüftete, trat er zwischen zwei alten, knorrigen Bäumen hindurch. Es dauerte eine Weile, bis er die große Siedlung erkannte. Er war schon einmal hier gewesen... Raurikor. Nicht unbedingt die Heimat, aber nahe genug dran.

Er war zurück, er lebte und er hatte ein paar mehr Münzen in der Tasche, als vorher. Er war auch weiterhin recht verwirrt über die Frage, wie er überhaupt dorthin gekommen war... oder wieder zurück. Aber das konnte warten, bis er den Berg anderer Fragen geklärt hätte, die noch vor ihm lagen.
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   So 1 Sep - 20:59

Bron wanderte nun schon seit zwei Tagen durch die Straßen Raurikors. Iring und Grimmar waren ihrer Wege gegangen, denn die Anführer der Rauriker, die Twalibi, hatten alle zu den Waffen gerufen.
Bron fragte sich, ob er seine Landsleute, die Tatali dazu motivieren könnte, auf Seiten der Rauriker einzugreifen. Wenn ja, so könnten sich die tatalischen Krieger mit den Eisen- und Stahlwaffen der gefallenen Feinde ausrüsten - eine wertvolle Beute. Dennoch würde es schwierig werden. Außerhalb ihres wohlbekannten Sumpflandes zu kämpfen, gefiel den Tatali nicht und längst nicht alle waren überzeugt, dass dieser Krieg sie etwas anging.
Während er sich all dies durch den Kopf gehen ließ, machte er sich auf, um die große Siedlung zu verlassen. Er musste nach Tatalia zurück - oder?
Er schnüffelte. Eine andere Idee begann sich in seinem Kopf zu formen. Ein breites Lächeln kroch über sein Gesicht, als er sich nach Südosten wandte. Sein Ziel war Grimgard.


Zuletzt von Bron Boro am So 1 Sep - 22:34 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   So 1 Sep - 22:19

cheers cheers cheers cheers cheers
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   Di 10 Sep - 15:58

Das Heer der Spinnenfee war geschlagen, die Kultisten waren größtenteils tot, die Söldner hatten sich zerstreut, die Orks waren in die Wälder gekrochen und die Wendools unter Racheschwüren im Nebel verschwunden.

Mit der ersten Karawane in Richtung Hag Nantwiga hatte Bron Grimgard verlassen. Es war Zeit, in den Sumpf zurückzukehren. Tatalia rief.
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Bron Boro
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   Mo 23 Sep - 19:11

Bron schlich geduckt zwischen den Bäumen umher. Rings um ihn tanzte eine Horde wilder, hässlicher, verkrüppelter Sumpfgeister. Sie kreischten und blökten, ihre hässlichen Fratzen entstellt und aufgequollen. Triefende Augen schielten verständnislos in die Welt. Ihr Dasein erfüllte den Geistseher mit einer Mischung aus Verachtung und Mitleid.
Einst hoffnungsvolle Kreaturen aus der Seele des Seins, waren sie verkommen zu nutzlosen Quälgeistern. Sie konnten nicht weiter denken, als sehen konnten und ihr Blick reichte kaum weiter als der einer Nacktschnecke im hohen Gras.
Einer der kleinen Krüppelgeister stolperte unbeholfen vor Brons Füßen herum und verspritzte einen geisterhaften Schleim, der sich kurz nach dem Auftreffen in Dunst aufzulösen begann.
Bron knurrte ihn an, fluchte und scheuchte ihn mit der Hand fort, doch der Geist sah ihn nur verständnislos an.
Bron schritt an ihm vorbei, doch der Geist hatte sich an seine Fersen gehäftet, schlüpfte zwischen seinen Füßen herum und gluckste vergnügt. 
Der Geistseher schloss für einen Moment die Augen und seufzte entnerft. "Verschwinde! Geh da rüber!" fauchte er den Geist wütend an. Das Ding blökte dümmlich. Es gab ungestalte Worte von sich, brabbelte nutzloses Zeug. Bron wiederholte grollend seinen Befehl. Wieder bekam er das aufgeregte, halb vom triefenden Geifer erstickte Gemurmel zur Antwort. Als der Geist beim dritten Mal nicht auf ihn hörte, konzentrierte sich der Geistseher mit aller Kraft, legte seinen Willen in den langen Holzstab und zwang ihn auf die selbe Seinsebene, wie den Geist. Dann schlug er dem Wesen mit aller Kraft auf den Kopf.
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Grimmar
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   Di 24 Sep - 21:04

Ich hoffe mal, dass diese Episode aus bron boros Leben nichts mit reellen quälgeistern und Wunschdenken seines alter egos zu tun hat, der vor kurzem ins neue Schuljahr gestartet ist Razz
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Bron Boro
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   Fr 4 Okt - 22:46

Die verkommenen Sumpfgeister kreisten weiter um ihn herum. Bron sah sich um. Es war, als wäre dieser Teil des Sumpfes ganz und gar von ihnen durchdrungen. Es stand schlimm um das Land. War dies überhaupt noch ein Stück von Tralosks Reich? Oder hatte sich hier bereits die Herrschaft eines anderen ausgebreitet?

Es war eine ganz andere Atmosphäre. Und sie machte krank. Die Geister wurden krank, dumm, verkommen. Die Tiere wurden krank, bösartig, feindselig. Und er selbst, der Geisterseher aus dem Gefolge des mächtigen Tralosk von Tatalia, merkte, wie sich eine tumbe Stumpfheit in ihm ausbreitete. 

Seine Gedanken verkamen, wurden langsam und zäh. Sie rasten nicht, huschten nicht von einem Ziel zum anderen, wie zornige Hornissen, wie sie es sonst taten. Sie wälzten sich träge durch seinen Kopf, ohne wirklich je ihr Ziel zu erreichen. Er zwang sie voran. Es bedurfte äußerster Konzentration, die lähmende Stumpfsinnigkeit einzudämmen, die sich um ihn zu legen drohte. Es war, als wäre der Sumpf über seine bloße Stofflichkeit hinausgewachsen, so dass nicht nur der Körper darin zu versinken drohte, sondern auch der Verstand im schlammigen Grund unterzugehen schien. Bron fluchte leise. Es war deutlich gefährlicher, als er gedacht hatte. Und die abscheulichen Geister sahen ihn aus sicherer Entfernung tumb und gierig an.
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   Sa 25 Jan - 18:12

Er wusste nicht, wie lange es gedauert hatte, doch er hatte den Sumpf durchquert und die kranken Geister von sich gezwungen. Als er endlich den Nebel hinter sich ließ, breitete sich das weite Hag um ihn aus. Das Jahr hatte gerade begonnen und ganz Hag Raurik sollte unter einer dicken Schneedecke begraben sein. Doch nichts dergleichen war zu sehen. Kein Weiß breitete sich um ihn herum aus, nur dürres, fahles Gras und schlammige Pfützen.

Sein Begleiter sah sich erstaunt um. "So viel weites Land!" hauchte er ehrfürchtig. Bron nickte. "Ja, so wenig Bäume, so wenig Wasser. Und das Hag der Nantwiga ist noch gar nichts! Ja, es ist das Land mit den meisten Seen und Sümpfen in ganz Hag Raurik! Du solltest einmal das Tiefland nahe Raurikor sehen! Überall ist Platz für Felder und Hütten!"

Dann hob er seinen Stab von den Schultern und begann in Richtung Nordosten zu gehen. Die Gestalt in dem von Schlamm bespritzten Mantel folgte ihm lautlos, doch Bron spürte die neugierigen Blicke, die der andere in alle Richtungen warf und wie er gierig die neuen Eindrücke aufsog.
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   Sa 15 Feb - 13:03

Der Geistseher schlenderte querfeldein durch Hag Nantwiga, vage nach Nordosten, richtung Hoimarshold, als er eine Explosion schwarzen Rauches in der Ferne sah. Wie Tinte, die sich im Wasser verteilt, quoll eine dunkle Wolke über den Himmel im fernen Osten, deutlich südlich von Brons Marschziel.

Er betrachtete das Phänomen gespannt. Irgendwo in den Bergen Hag Halvors war etwas geschehen. Etwas... geisterhaftes. Dann hörte er den Schrei eines Mannes. Wütend, enttäuscht. Und in dem Ruf klang eine zweite Stimme mit. Bron Boro brauchte einen Moment, bis er sich erinnerte, wo er die beiden Stimmen so schon einmal gehört hatte. Mit einem Seufzen legte er den Stab über die Schulter stapfte in Richtung der Wolke. Zwerge! Wenn sie nur halb so zäh gewesen wären, wie sie selbst glaubten, würden sie nicht ständig in solche Schwierigkeiten geraten!
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   So 20 Apr - 22:47

Bron ließ den Ort hinter sich, das Gasthaus irgendwo in Hag Halvor. Zwerge, Seelenfängerurnen, Orks, Dunkelelben, Verräter... was war nur mit diesem Land los?

Der rote Nebel verdichtete sich am Horizont und seine Gedanken schweiften zu den Krulodt, die in seine Heimat, das Königreich des mächtigen Tralosk eingedrungen waren. Sein Blick richtete sich gen Norden. Sollte er nach Hoimarshold in Hag Blankard wandern? Oder doch zurück in den Sumpf in den Tiefen Hag Nantwigas? In beiden Gegenden tobte der Krieg mit den Spinnenkultisten. Und derzeit war dieser Krieg nicht sein hauptsächliches Problem. Im Süden, jenseits der Berge schien ihn etwas zu rufen...
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   Fr 14 Nov - 21:37

Zurück aus den trockenen Ländern jenseits des Nebels sprang der Geistseher Bron Boro unter dem geisterhaften Mond Tatalias entlang dem alten Pfad, der längst vom Sumpf verschluckt worden war und der nur anhand der geisterhaften Spuren zu erkennen war, die die alten Wächter hinterlassen hatten.

Die Hexe schwebte mit Bewegungen, die denen einer Libelle auf der Jagd nach Beute ähnelten, durch den Nebel. Ihr langes, weißblondes Haar breitete sich über ihre Schultern, bewegten sich, wie von unsichtbaren Händen getragen. Bron betrachtete die anmutigen Bewegungen fasziniert, während er sich mit seinem Stab von einer festen Stelle im schlammigen Boden zur nächsten tastete. Ihr Lachen war wie ein Schlangenbiss, der durch seine Ohren in den Kopf drang und ein Muster bittersüßen Schmerzes in seinen Geist brannte.

Für einen Moment hatte er sie aus den Augen verloren, als sie hinter einer dicken Schwade verschwand. Er lauschte, doch ihr Lachen war verstummt und alles was blieb war die Geräusche von Insektenflügeln in der Luft, Schlangen, die sich durch das niedrige Wasser bewegten und den Stimmen der Geister, die ihn nicht beachteten.

Als sich vor ihm ein großer Fels aus der grauen Nebelwand schälte, wusste er, wo er war. Sein Blick tastete über den dunklen Stein, der wie eine Speerspitze aus dem Boden ragte. Der schwarze, zerklüftete Stein war leicht zu erklettern. Direkt dahinter erhob sich der große Baum und davor stand sie, wie eine offene Wunde in der Wirklichkeit. Ihre grünen Augen funkelten stumpf aus ihrem scharf geschnittenen Gesicht und ihm war, als ob ein bleiches Licht ihre fahle Haut beleuchtete.

"Hör auf!" zischte er und ließ sich mit drei kurzen Sätzen von dem Stein herunter. Als er vor sie trat, trennte kaum eine Handbreit kalte Nachtluft ihre Gesichter voneinander. "Womit?" fragte sie, die Unschuld einer lauernden Viper in der Stimme. Er öffnete seinen Geist für einen Augenblick, lange genug, um sie einen Blick auf die Oberfläche erhaschen zu lassen. Sie presste sich gegen das raue Holz, als wollte sie durch den Stamm hindurch zurückweichen. Der Geistseher fixierte ihre Augen, doch sie entwich seinem Blick mit einer schlangenhaften Bewegung. Mit einer Bewegung, als hätte sie keine Knochen im Leib, schlüpfte sie zwischen Bron und dem Baum hindurch und sprang leichtfüßig tiefer in den Wald. Er lief hinterher.

Er kam auf eine freie Fläche. Sie stand inmitten eines Rinnsales, den Rücken zu ihm gewand, reglos und still. Er trat auf sie zu und legte mit bebenden Fingern die Hand auf ihre Schulter. Unter seiner Berührung zerstob sie. Er stand da, die Hand auf dem alten Grenzstein und Blickte auf das Bild der neunköpfigen Hydra, um ihn nichts als feuchter Nebel, kalte Nacht und Geistern, die ihn mit fragenden Blicken betrachteten.


Zuletzt von Bron Boro am Sa 9 Mai - 1:17 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   Fr 14 Nov - 22:03

"Du hast sie gesehen." Sagte der Andere. Bron nickte. "Ich bekomme sie nicht zu fassen!" fauchte er mit hasserfüllter Stimme. "Natürlich nicht." entgegnete der Andere. Du kannst sie nicht fassen, so wie die Menschen die Geister nicht fassen können, die mit dir sprechen. "Warum? Ich kannte noch nie etwas, das ich nicht fassen konnte!" Brons Stimme schnitt wie ein Messer in die kühle Luft. Der Mann, der neben ihm ging, zuckte unter seinem schweren Mantel aus zusammengenähten Lumpen mit den Schultern. "Du versuchst sie wie einen Geist zu sehen. Aber sie ist ein Mensch, wie du." "Sie ist eine Hexe. Und sie ist jünger als ich. Ich müsste viel mächtiger sein." "Ja, das bist du auch. Auf eine gewisse Art. Aber eben so, wie die Hydra mächtiger ist, als der Rabe, kann sie doch nicht fliegen." Bron lachte bitter. "Ich war viele Jahre da draußen. Wenn der Tralosk wirklich... Der rote Nebel ist dicht, wie selten zuvor. Die Krulodt kriechen über Berge und durch Wälder, wie stinkende Hyänen. Die Menschen jenseits des Nebels sind zahlreich und sie haben Waffen aus Metall, Rüstungen und Reittiere. Aber der Spinnengeist hat ihnen zugesetzt. Ich weiß nicht, wie viele Kriege sie hintereinander bestehen können." Der andere legte den Kopf in den Nacken und pfiff leise einen langen Ton. "Hm. Den Tralosk wird das nicht stören. Du, mach dir inzwischen keine Sorgen. Sie ist eine Hexe. Du wirst herausfinden, wessen Ziele sie verfolgt."
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   Sa 9 Mai - 1:34

Als sich der Tag seinem Ende entgegen neigte und die Sonne sich hinter den Horizont zurückzuziehen begann, stand Bron auf. Seine Knochen schmerzten, sein Kopf schmerzte, seine Muskeln schmerzten. Vor allem sein Hals schmerzte. Die grausamen Kobolde liefen um ihn herum, verzerrt und unwirklich, wie ein Echo, ein Nachhall von einem Klang, dessen Ursprung längst nicht mehr existierte.

Seine Sinne verdüsterten sich zusehends. "Großes Unheil, großes Unheil!" zischte er, ohne jemanden im speziellen anzusprechen. Das Land war immer noch nicht wirklich frei und vermutlich würde es das über längere Zeit nicht werden. Er wischte sich mit der Hand über die Augen und leckte an den Fingerspitzen. Salzige Tränen benetzten seine Zunge. Das war das ärgerliche an Kobolden. Waren ihre Hüllen erst tot, klebten Sie an ihm, wie Fliegen am Honigtopf. Er war wie ein Leuchtfeuer für sie. 
Der Andere lächelte mitleidig und Bron warf ihm einen mordlustigen Blick zu. "Du bemühst dich zu sehr." sagte sein Begleiter halb amüsiert, halb besorgt. Bron schüttelte den Kopf. "Ich versuche zu Atmen, das ist alles."
Er schwang seinen Stab und die Kobolde stoben auseinander. "Die kleinen Scheusale rauben mir die Luft zum Atmen!" Der Andere nickte. "Ja. Das liegt daran, dass sie sich an ihre Existenz klammern. Wenn sie keinen Anker haben, verlieren sie sich und ihr bisheriger Anker ist nicht mehr."
Schweigend gingen sie weiter, gefolgt von den schattenhaften kleinen Gestalten. "Weißt du jetzt, wessen Ziele die Hexe verfolgt?" Bron schüttelte den Kopf. "Ich glaube, sie ist mit Tatalia eng verwoben, aber ich hatte kaum Zeit, mich darum zu kümmern. Ich selbst habe mein Schicksal eng mit dem der Rauriker verwoben, jetzt erst erneut, mit Blut den Pakt besiegelt. Und ihr Land erzittert. Es wird gefährlicher werden, noch gefährlicher. Vielleicht haben sie etwas unkontrollierbares in ihr Land gelassen, ich weiß es nicht. Der Andere sah besorgt drein. "Verlier dich nicht." sagte er schließlich und seine Stimme zitterte vor ehrlich empfundener Sorge.
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BeitragThema: Re: Durch den Nebel   Sa 9 Mai - 11:33

Bron saß endlich wieder vor dem alten Grenzstein. Die Geräusche des Sumpfes umfingen ihn wie eine klamme Decke.
Wie würde es weiter gehen? Er dachte angestrengt nach. Die Krulodt bedrohten den Norden Hag Rauriks, aber das Volk schien nicht mehr die Kraft zu haben, sie sinnvoll im Zaum zu halten. So war der Swajut ausgerückt, mit durchmischtem Erfolg und ein anderer Swajut schien aufgerieben worden zu sein. 

Und ständig schienen er und seine Mitstreiter mit dem in Kontakt zu geraten, was die Rauriker die "Anderswelt" nannten. Ein alberner Name, aber tatsächlich schienen dort viele Geister sehr wach zu sein. Von fern hörte er eine seltsame Nachricht. Schwer verständliche Dinge gingen vor sich. Konnte es Zufall sein? Der Klan des Bären war gerade bezwungen, da sprang der Spinnengeist hervor und kaum war der niedergeworfen, tauchte ein seltsamer neuer Klan auf. Kein Rauriker hatte ihn je gesehen und wäre Bron nicht in der Lage gewesen, seine Träume richtig zu deuten, er hätte nichts von ihm gewusst. Im Swajut schien niemand zu wissen, was es damit auf sich hatte, wer sie waren, woher sie kamen. Doch schon hatten die Herrn der Rauriker diesen neuen Klan zu einem der ihren gemacht. Höchst seltsam. Keiner kannte diese Leute, aber nun sollten seine Mitstreiter sie Brüder nennen? Seine Hand strich über den Scheitel eines halb durchscheinenden, schimmernden Geistes, halb Erde, halb Wasser und die Augen des kleinen Wesens leuchteten wohlig auf, als es zu ihm sprach.

Er dachte lange nach. Vielleicht sollte er dem Tralosk davon erzählen. Offenbar konnte man sich seinen Platz bei diesen Trockenländern auch mit einer unverholenen Drohung erstreiten. Jeder, der dies in Tatalia versucht hätte, wäre höchstwahrscheinlich im nächsten Sumpfloch gelandet. Aber Bron hatte schon gelernt, dass es jenseits des Nebels etwas komplizierter war.

War es denn klug sich an solch ein Volk zu binden? Und welche Macht hatten die Herrn der Rauriker über ihr Volk? Das ganze machte wenig Sinn. Könnte man sich dieses Land einfach nehmen? Aber ein Land, das leicht zu nehmen war, wäre schwer zu verteidigen. Er schloss die Augen und lauschte dem Sumpf. Sicher würde der Swajut noch schwere Kämpfe zu bestreiten haben, Blut vergießen müssen und er würde noch vieles erfahren, das er jetzt noch nur zu erahnen vermochte.
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